Religiöse Rechte: Notizen Februar 2013

USA. (hpd) Kaum ein anderes Ereignis hat im Februar für so viel Aufsehen gesorgt, wie der Rücktritt von Papst Benedikt XVI. Das erste Mal seit dem Mittelalter hat sich ein Bischof von Rom zu diesem Schritt entschlossen. Die Entscheidung und die anstehende Papstwahl sorgten auch in den USA für Gesprächsstoff. Außerdem wurden die amerikanischen Pfadfinder Mittelpunkt einer Debatte.

Kunstpreis „Der Freche Mario“ verliehen

OBERWESEL. (hpd) Am 23. Februar fand am Stiftungssitz der Giordano-Bruno-Stiftung in Oberwesel die Preisverleihung zum Frechen Mario 2012 statt. Der nach 2008 und 2010 zum dritten Mal vergebene Preis prämiert Kunstwerke, die übernatürliche, insbesondere religiöse Vorstellungen sowie dogmatische Systeme auf die Schippe nehmen. Über 50 Gäste wollten sich das nicht entgehen lassen.

Glockenläuten und ein Rauswurf

WIEN. (hpd) Das vielfach beschworene katholische Österreich präsentiert sich heute als besonders kulturkatholisch. Gleichzeitig hat es vor wenigen Tagen eine herbe Niederlage eingesteckt, die das Land gar nicht mehr so katholisch aussehen lassen wie es manche gerne hätten. Eine angesehene katholische Einrichtung wurde vom Nationalrat vor die Tür gesetzt.

"Ehrfurcht vor Gott" streichen

BAYERN. (hpd) Vor einigen Tagen wurde eine Petition ins Netz gestellt, die fordert, dass Teile des Artikels 131, Absatz 2 der baye­ri­schen Verfassung gestrichen werden soll. Dieser Artikel nennt als oberste Bildungsziele staat­li­cher Schulen die “Ehrfurcht vor Gott” und die “Achtung vor reli­giö­ser Über­zeu­gung”. Der Einreicher der Petition vertritt die Auffassung, das ver­letze die welt­an­schau­li­che Neutralität des Staates und dis­kri­mi­niere über 20 Prozent der baye­ri­schen Bevölkerung.

Kommt in Österreich der Paradigmenwechsel?

WIEN. (hpd) Nach einer Last-Minute Ausladung aus dem Parlament, konnte die von der kirchlichen Klasnic-Kommission inszenierte Tagung „Prävention von Missbrauch und Gewalt – ein gesamtgesellschaftliches Anliegen“ gestern nun doch noch stattfinden. Termingerecht, jedoch im „Haus der Industrie“, also im eigenen konservativen Biotop und entgegen allen früheren Ankündigungen ohne den einzigen externen Experten.

Ist Kritik am Islam automatisch rassistisch?

(hpd) Die vergangenen gesellschaftlichen Debatten über Beschneidung oder Meinungsfreiheit im Angesicht sich beleidigt gefühlter Muslime hat auch Kritiker der Kritik auf den Plan gerufen. Diese entstammen zum einem dem religiösen Lager, zum anderen aber auch aus dem linken Lager. Die anti-religiöse Haltung wurde in mehreren Fällen zu Antisemitismus oder zu anti-muslimischem Rassismus umdeklariert.

Neue Formen von Diktatur

(hpd) Der renommierte Journalist William J. Dobson macht in seinem Reisebericht „Diktatur 2.0“ deutlich, dass sich heutige autoritäre Regime keineswegs immer mit brutalen Repressionen durchsetzen müssen. Seine anschauliche, aber unsystematische Beschreibung veranschaulicht am Beispiel von Ägypten und China, Russland und Venezuela die neuen Legitimationstricks solcher undemokratischen Systeme.

Berufskatholiken versus Basis

TRIER. (hpd) Vom 18.  bis 21. Februar 2013 trafen sich rund 70 deutsche Bischöfe zur Frühjahrskonferenz. Sie sitzen hinter Glas und Stein in dem ERA Conference Center (ECC)  bei Kaffee, Tee und weiteren erwärmenden Freundlichkeiten. Andere Christen und Betroffenen-Initiativen hatten zeitgleich eine Dauerdemonstration organisiert.

DARWIN und die Liebe…

KÖLN. (hpd/fhs)) Der säkular humanistische Literaturpreis für junge Lesben und Schwule, JULIT:))), wurde zum vierten Mal verliehen. Das Thema dieses Jahr war: Wie passen Lesben und Schwule in die Evolution? Wow, mit diesem Motto taten sich die diesjährigen JULIT:)))-Teilnehmer und –teilnehmerinnen schwer.

In eigener Sache: Partnerprogramme

BERLIN. (hpd) Im Zuge der Platzierung von Werbung auf hpd.de hat die Redaktion das Angebot jetzt erweitert und hinsichtlich der Verbreiterung der finanziellen Basis Partnerprogramme bereit gestellt, für dessen Umsätze der hpd eine Provision erhält.

Cover

Rezension

Fremde Feinde

Verhaftet, angeklagt, hingerichtet. Der Prozess gegen Nicola Sacco und Bartolomeo Vanzetti gilt als einer der unfairsten der amerikanischen Justizgeschichte. Die Beweislage, die den beiden italienischen Einwanderern die Schuld an einem Raubmord gab, war brüchig. Sie mussten am 23. August 1927 sterben – trotz weltweiter Proteste. Waren sie unschuldig?

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Wenn öffentliche Stellen ein Bild von Musliminnen zeichnen, das Islamisten in die Karten spielt

„Wir müssen uns diversitätssensibel aufstellen. Unsere Angebote sollen Migranten und Muslime ansprechen.“ − „Stimmt. Lass uns ein Bild mit einer Frau mit Hijab auf unsere Homepage setzen!“ Doch dies wird weder der Realität von Migration noch der von Musliminnen gerecht. Letztlich erweist es der Gleichberechtigung einen Bärendienst. Und Islamisten werden sich die Hände reiben.

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Diffamiert die Linkspartei evangelikale Christen?

Aufregung im Wahlkampf von Sachsen-Anhalt: Der Beauftragte der Bundesregierung für Religions- und Weltanschauungsfreiheit Thomas Rachel wirft der Partei Die Linke vor, in ihrem Wahlprogramm den christlichen Glauben zu diffamieren und evangelikales Christentum mit Jihadismus gleichzusetzen. Bei genauer Lektüre erweist sich jedoch weniger das Wahlprogramm, denn Rachels Interpretation als fragwürdig.

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