Vor dem Kanzleramt

20 Jahre hpd

Sterbehilfe, Gesetze und ein noch nicht beendeter Kampf

In diesem Jahr feiert der Humanistische Pressedienst (hpd) sein 20-jähriges Jubiläum. Die Redaktion möchte diese Zeit Revue passieren lassen und jeden Monat auf einen Artikel oder ein Thema hinweisen, der beziehungsweise das die Gesellschaft mitverändert hat. So begleitet unter anderem auch das Thema „Sterbehilfe“ den hpd seit seiner Gründung.

Ist Björn Höcke ein Nazi?

Interview

Faschismusexperte: „Wir müssen aufhören von Faschismus besessen zu sein“

Am 6. September ist Landtagswahl in Sachsen-Anhalt. Die AfD hat realistische Chancen im dortigen Parlament die absolute Mehrheit zu erreichen. Damit flammen wieder Diskussionen auf, ob Deutschland Zeuge eines erstarkenden Faschismus ist. Im Interview mit dem hpd erklärt Professor Roger Griffin, einer der führendsten Faschismusexperten der Welt, was unter dem Begriff verstanden werden sollte und welchen Umgang er mit der AfD empfiehlt.

Transparent der Stadt Augsburg

Wenn öffentliche Stellen ein Bild von Musliminnen zeichnen, das Islamisten in die Karten spielt

„Wir müssen uns diversitätssensibel aufstellen. Unsere Angebote sollen Migranten und Muslime ansprechen.“ − „Stimmt. Lass uns ein Bild mit einer Frau mit Hijab auf unsere Homepage setzen!“ Doch dies wird weder der Realität von Migration noch der von Musliminnen gerecht. Letztlich erweist es der Gleichberechtigung einen Bärendienst. Und Islamisten werden sich die Hände reiben.

Skeptics in the Pub

Streit um „Skeptics in the Pub“

Judäische Volksfront oder Volksfront von Judäa?

Der Konflikt innerhalb der Skeptikerbewegung ist zurück. Nachdem sich die Auseinandersetzungen zuletzt beruhigt hatten, entzündete sich der nächste Konflikt an der Marke „Skeptics in the Pub“. Dahinter steht der mutmaßliche Versuch, Deutungshoheit über eine seit Jahrzehnten bestehende Graswurzelbewegung zu gewinnen.

Thomas Rachel

Kommentar

Diffamiert die Linkspartei evangelikale Christen?

Aufregung im Wahlkampf von Sachsen-Anhalt: Der Beauftragte der Bundesregierung für Religions- und Weltanschauungsfreiheit Thomas Rachel wirft der Partei Die Linke vor, in ihrem Wahlprogramm den christlichen Glauben zu diffamieren und evangelikales Christentum mit Jihadismus gleichzusetzen. Bei genauer Lektüre erweist sich jedoch weniger das Wahlprogramm, denn Rachels Interpretation als fragwürdig.

Präsentation „Religionsunterricht für alle“

Anmerkungen zu den Entwicklungen in Niedersachsen und Hamburg

Konfessioneller Religionsunterricht – ein Dauerproblem

Das Land Niedersachsen führt aktuell einen „Christlichen Religionsunterricht“ ein, der Anlass für kritische Rückfragen bietet. Begrüßenswert ist es, dass das Bundesland neben dem bekenntnishaften Religionsunterricht nun auch in den Grundschulen das Fach Ethik anbieten wird. Zu einem solchen Schritt hat sich der benachbarte Stadtstaat Hamburg bis heute nicht entschließen können. Eine Petition der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft setzt jedoch den Impuls, dass der Hamburger Senat dies nachholt.

Urania Wien bei Nacht

Beim Zukunftsforum bleiben wieder einmal Humanist:innen, Atheist:innen und Konfessionsfreie unsichtbar

Ein ORF für alle?

Der ORF soll reformiert werden. Beim Zukunftsforum in zehn Tagen sind 200 Teilnehmer:innen eingeladen, zusätzlich 400 zur Onlinekonsultation, allerdings keine Humanist:innen, Atheist:innen und Konfessionsfreie, während Religion durchaus ein Thema sein soll. Der Humanistische Verband Österreich hat daher eine Anfrage nach dem Informationsfreiheitsgesetz gestellt.

Wahlzettel

Der Wahl-O-Mat stellt säkulare Themen zur Diskussion

Soll der konfessionelle Religionsunterricht abgeschafft werden? Soll das Tragen religiöser Symbole bei Justiz und Polizei verboten bleiben? Säkulare Themen wie diese finden mittlerweile Eingang in die Thesen des Wahl-O-Mat. Der Ruf nach einer Trennung von Staat und Kirche gewinnt politisch an Gewicht. Die Parteien müssen sich auch vor den anstehenden Landtagswahlen entsprechend positionieren.

Bibel im Unterricht

Analyse

Ein Paradigmenwechsel: Das OVG NRW entkernt das Bekenntnisschulmodell

Seit Jahren sorgen die nordrhein-westfälischen Bekenntnisschulen für Konflikte. Eltern fühlen sich bei der Schulwahl ausgebremst, Kommunen kämpfen mit komplizierten Aufnahmeverfahren und immer wieder landen Fälle vor den Verwaltungsgerichten. Die Frage, ob religiöse Homogenität ein legitimes Kriterium für den Zugang zu öffentlichen Schulen sein darf, schwelte lange unter der Oberfläche und wurde politisch wie juristisch meist mit Verweis auf Tradition und Landesverfassung abgewehrt. Nun hat das Oberverwaltungsgericht NRW einen Beschluss gefasst, der diese Konfliktlage grundlegend verändert.

Cover

Rezension

Fremde Feinde

Verhaftet, angeklagt, hingerichtet. Der Prozess gegen Nicola Sacco und Bartolomeo Vanzetti gilt als einer der unfairsten der amerikanischen Justizgeschichte. Die Beweislage, die den beiden italienischen Einwanderern die Schuld an einem Raubmord gab, war brüchig. Sie mussten am 23. August 1927 sterben – trotz weltweiter Proteste. Waren sie unschuldig?

Weitere Rezensionen

Termine

Mehr aus den Rubriken

RIAS-Analyse

Antisemitismus unter Muslimen öfter gewaltförmig

Antisemitische Vorfälle mit islamisch/islamistischem Hintergrund haben seit dem 7. Oktober 2023 deutlich zugenommen – und sind überdurchschnittlich häufig gewalttätig. Eine neue Analyse des Bundesverbands der Recherche- und Informationsstellen Antisemitismus (kurz: RIAS) zeigt, wie eng israelbezogener Antisemitismus, islamistische Radikalisierung und die Mobilisierung durch transnationale islamistische Akteure wie Hizb ut-Tahrir miteinander verbunden sind.

Hape Kerkeling

Acht Juristen und ein Entertainer

Wie Hape Kerkeling für ein AfD-Verbotsverfahren wirbt

Nie zuvor stand der Justizausschuss des Thüringer Landtags so im Scheinwerferlicht der Öffentlichkeit wie bei seiner jüngsten Sitzung. Eine Ausschussanhörung in einem Landtag interessiert normalerweise nur wenige Menschen. Den Thüringer Linken gelang jedoch ein besonderer Coup, indem sie den Komiker und Entertainer Hape Kerkeling auf die Expertenliste setzten und damit bundesweite Beachtung für ein Thema erzielten, das bislang in Talkshows und Medien diskutiert und bei Demonstrationen eingefordert wird: die Einleitung eines AfD-Verbotsverfahrens.

Live-Onlinevortrag zu Sternentstehung und Galaxienentwicklung in der Reihe „Sternenklar“

Das Erlöschen der Sterne

Morgen spricht der Astronom Prof. Dr. Erwin de Blok live online über seine Forschung zur Frage, wie lange die Entstehung neuer Sterne im Universum anhalten kann und wann sie enden muss. Sterne werden aus den Gasreservoirs von Galaxien heraus gebildet, doch ob diese im Laufe der Zeit neu aufgefüllt werden oder das Material zur Bildung von Sternen in naher kosmischer Zukunft ausgehen wird, ist eine offene Frage. Der Vortrag findet im Rahmen des Onlineformats „Sternenklar“ statt, das vom gemeinnützigen Institut für populärwissenschaftlichen Diskurs Kortizes in Kooperation mit der Astronomischen Gesellschaft in der Metropolregion Nürnberg organisiert wird.

Pflegeheim

Züricher stimmen für breiteren Zugang zu Sterbehilfe

Die Züricher Stimmbevölkerung hat sich für eine Ausweitung des Rechts auf assistierten Suizid in Spitälern sowie Alters- und Pflegeheimen ausgesprochen. Während Befürworter darin einen Schritt hin zu mehr Selbstbestimmung sehen, warnen Kritiker vor einer Verrohung und dem Verlust von Schutzräumen. Tatsächlich dürfte sich im Alltag vieler Institutionen zunächst wenig ändern.

Stipendiat*innen-Treffen des Bertha von Suttner-Studienwerks

Das Bertha von Suttner-Studienwerk bekommt zum Oktober zehn neue Stipendiat*innen

Wissenschaftliche Exzellenz trifft auf humanistisches Engagement

Das Bertha von Suttner-Studienwerk (BvS) begrüßt seine neuen Stipendiat*innen. Die Auswahlkommission hatte auch in diesem Jahr keine leichte Aufgabe: Aus mehr als 170 Bewerbungen galt es, die zehn überzeugendsten Kandidat*innen auszuwählen. Ab Oktober werden sie vom Studienwerk gefördert und in das stetig wachsende BvS-Netzwerk aufgenommen.

Verleihung 2025

Interview mit dem Mitorganisator Stefan Uttenthaler über den Satirepreis „Goldenes Brett vorm Kopf“

„Praktisch jeder Kandidat birgt ein Schadenspotenzial“

Mit dem Satirepreis „Goldenes Brett vorm Kopf“ zeichnen die Wiener Skeptiker den „größten unwissenschaftlichen Blödsinn des Jahres“ aus. Gemeint sind laut Ausschreibung Personen, „die mit wissenschaftlich längst widerlegten Behauptungen oder absurden Verschwörungstheorien Geld, Ruhm oder Einfluss anstreben, obwohl sie es eigentlich besser wissen müssten“. Der hpd hat mit dem Mitorganisator Stefan Uttenthaler gesprochen, über skurrilen Aberglauben, gefährliche Verschwörungserzählungen und warum es wichtig bleibt, über kritisches Denken aufzuklären.

US-Verfassung und Bibel

MIZ 2/26 erschienen

Under Attack

Die weltanschauliche Neutralität des Staates gerät weltweit unter Druck. Unter dem Titel „Under Attack“ setzt sich MIZ 2/26 mit der Demontage der wichtigsten Voraussetzung für Religions- und Weltanschauungsfreiheit auseinander. Besonderes Augenmerk gilt dabei der Entwicklung in den USA, wo die Trump-Administration alles daransetzt, die Trennung von Staat und Kirche abzuschaffen.

„Stolperstein“

Streit um Stolpersteine in Heidenau: Wenn das Gedenken ins Rutschen gerät

Die Debatte um das würdige Gedenken der Opfer des Nationalsozialismus ist erneut entbrannt, nachdem der Stadtrat im sächsischen Heidenau weitere Stolpersteine verhindert hat. Eine Mehrheit aus CDU und AfD stützte sich dabei auf das altbekannte Argument, das Betreten der Gedenksteine sei unwürdig. Ob hinter der vordergründigen Diskussion über die Form der Erinnerung weitere Motive stecken, ist unklar.

Schrott

In Europas Elektrogeräten verbirgt sich ein Rohstoffschatz

Rohstoffe im Wert von 65 Milliarden Euro schlummern europaweit ungenutzt in Waschmaschinen, Smartphones und anderen Elektrogeräten. Eine neue Studie der Boston Consulting Group und der Cradle to Cradle NGO zeigt: Konsequente Kreislaufwirtschaft könnte einen Großteil dieses Materialwerts zurückgewinnen – und würde Europas Herstellern angesichts neuer EU-Gesetze und wachsenden Wettbewerbsdrucks entscheidende Vorteile verschaffen.

Erst bei der Linken, dann bei der Hamas

Der hpd hatte über einen Extremisten im Parteiumfeld der Partei Die Linke in Berlin berichtet. Nun berichten sowohl Spiegel als auch Tagesspiegel übereinstimmend, dass Ibrahim Ibrahim nach dem Wahlsieg der Linken zu einer Konferenz nach Istanbul reiste, auf der er mit Hamas-Vertretern zusammentraf.