MIZ 2/26 erschienen

Under Attack

Die weltanschauliche Neutralität des Staates gerät weltweit unter Druck. Unter dem Titel „Under Attack“ setzt sich MIZ 2/26 mit der Demontage der wichtigsten Voraussetzung für Religions- und Weltanschauungsfreiheit auseinander. Besonderes Augenmerk gilt dabei der Entwicklung in den USA, wo die Trump-Administration alles daransetzt, die Trennung von Staat und Kirche abzuschaffen.

US-Verfassung und Bibel
Die US-Verfassung und die Bibel: Religiöse Hardliner wollen die Trennung von Staat und Kirche aufweichen, angeblich zum Schutz der Religionsfreiheit.

Der dafür betriebene Aufwand ist enorm, wie Robert MacDonald in seiner Titelgeschichte zeigt. Dabei geht es nicht mehr nur darum, dass bestimmte Bibeltexte an öffentlichen Schulen Pflichtlektüre werden. Gleich mehrere Task Forces, Kommissionen usw. arbeiten an der Rechristianisierung von God's Own Country. Vor allem das Memorandum Countering Domestic Terrorism and Organized Political Violence bietet die Möglichkeit, Religions- und Kirchenkritik pauschal zu kriminalisieren, indem es „Feindseligkeit gegenüber denen, die traditionelle amerikanische Ansichten zu Familie, Religion und Moral vertreten“ in die Nähe von Terrorismus rückt. Doch es gibt auch organisierten Widerstand gegen die christlichen Nationalisten.

Kirche, Schule, AfD

Auf der Wunschliste extrem religiöser Kräfte ganz oben steht das Anliegen, den eigenen Nachwuchs aus der öffentlichen Schule zu nehmen, um so die Begegnung mit nichtreligiösen Lebens- und Denkweisen zu unterbinden. Christoph Horst wirft einen Blick auf die wieder aufflammende Debatte um einen Heimunterricht – die maßgeblich von der AfD befördert wird.

MIZ 2/26

Ein ganz anderes Bild der AfD zeichneten Medien und Politik im Frühjahr. Als die extrem rechte Partei ihr Programm für die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt veröffentlichte, gab es große Aufregung über angeblich „kirchenfeindliche“ Aussagen darin. Gunnar Schedel untersucht, was tatsächlich drin steht und wie die Forderungen einzuordnen sind. Fazit: Die AfD wird die Kirche im Dorf lassen, nur die Regenbogenfahne am Pfarrhaus würde sie gerne durch die Deutschlandflagge ersetzen.

Die Umnutzung von Kirchengebäuden in den vergangenen Jahrzehnten macht Ralf Kluttig-Altmanns im zweiten Teil seiner Artikelserie anschaulich, indem er Beispiele für die Profanisierung von Kirchen vorgestellt.

CLAIM und FundiWatch

Zivilgesellschaftliches Engagement spielt auf dem Feld von Religion und Weltanschauung eine große Rolle. Doch Voraussetzungen und Ziele können sich stark unterscheiden.

CLAIM beispielsweise ist eine üppig mit öffentlichen Mitteln ausgestattete Organisation, die angibt, sich gegen „antimusli­mi­schen Rassismus sowie gegen Islam- und Muslim­feind­lichkeit“ einzusetzen. Ein Gerichtsurteil stellt nun klar, dass es zulässig ist, ihren Umgang mit statistischen Daten als „unsauber“ zu bezeichnen, wie Moritz Pieczewski-Freimuth erläutert (dieser Beitrag wurde zuerst im hpd veröffentlicht).

FundiWatch ist ein Kollektiv, das sich (ohne öffentliche Förderung) kritisch mit christlichem Fundamentalismus auseinandersetzt. Dies sei im deutschen Sprachraum eine „große Leerstelle“, wie Mitbegründer Matthias Pöhl meint. In einem Interview stellt er den Ansatz und die Arbeit von FundiWatch vor.

Daneben gibt es die Rubrik „Zündfunke“, eine Buchbesprechung sowie die Internationale Rundschau.

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