Gesellschaft

"Die Fremde" – der Roman und sein Autor

Der Roman von Gerhard Streminger führt in die schottischen Highlands, in ein stilles Tal, dessen fruchtbare Landschaft die Familien jahrhundertelang ernährte. Gelegentlich entspringende Quellen flossen in kleinen Rinnsalen die Abhänge der Berge hinab, vereinten sich in tiefsten Stellen des Tals zu Bächen und diese schließlich zu einem beachtlichen Fluss. Er ist die Energie und zieht die Begierlichkeit, gekleidet in die Worte Fortschritt und Wohlstand auf sich. 

"Gemüseheilige" gibt es schon lange

Unter Großstadtjugendlichen gibt es einen Hype: den Veganismus. Ernährung ohne tierische Produkte ist "in". Die Argumente dafür lauten: Gesundheit, Ökologie und Tierwohl. Dabei handelt es sich aber um kein neues Phänomen: Bereits im 19. Jahrhundert gab es Veganer, nur nannten sie sich selbst noch nicht so.

Demo gegen CETA und TTIP

"Wallonien"-Bashing, Chlorhühner und die Medien

Wahrscheinlich werden sie bald auch noch für den Weltuntergang verantwortlich gemacht: Politisch, medial, aber auch gesellschaftlich ergeht momentan ein Bashing über drei Millionen Wallonen. Die belgische Region soll schuld sein daran, dass die Unterzeichnung des Freihandelsabkommens CETA nun ins Wanken geraten ist. Die Vereinbarung mit Kanada, die Vorbild für andere Verträge sein soll, wurde vom Parlament der Wallonie in seiner unterschriftsreifen Form abgelehnt.

"Wir-Intelligenz"

Nicht wenige behaupten, dass zur Zeit enorm viele Umbrüche in wirtschaftlicher, politischer und sozio-kultureller Hinsicht zu verzeichnen sind. Phänomene wie Globalisierung, demographischer Wandel, technologische Innovationen und daraus resultierende Rationalisierungsprozesse charakterisieren die steigende Komplexität im 21. Jahrhundert. Mit ihrem Buch "We-Q" versucht die Autorin und erfolgreiche Unternehmerin, Nicole Brandes, die Dringlichkeit neuer, innovativer Führungskonzepte für Unternehmen zu unterstreichen.

Menschenrechte auf hundert Seiten

Martin Klingst, politischer Korrespondent bei der "Zeit", legt mit "Menschenrechte" eine knappe Einführung zum Thema auf gerade mal hundert Seiten vor. Als erster Einstieg ins Thema ist der Band nützlich, leider fehlen ihm Ausführungen zur Philosophie der Menschenrechte im Sinne einer inhaltlichen Herleitung.

Tolstojanismus als soziale Bewegung in den Niederlanden

Der Journalist und Lehrer Dennis de Lange beschreibt und analysiert in "Die Revolution bist Du! Der Tolstojanismus als soziale Bewegung in den Niederlanden" das im Untertitel genannte Phänomen. Dabei nutzt der Autor sowohl die Bewegungsforschung wie die Geschichtswissenschaft als Methode und kommt zu interessanten Ergebnissen zu einem eher exotischen Thema.

Krematorium in Gotha, Feierhalle von 1913

Aus der Zeit gefallen

Der lutherische Theologe Tobias Brendel beklagte in einem Beitrag für ein christliches Magazin, dass sich immer mehr Menschen nach ihrem Ableben für eine Feuerbestattung aussprechen. Er ist der Auffassung, dass damit "mutwillig ein Werk des Schöpfers" zerstört werde.

"Die Grenzen der Toleranz" – der neue Michael Schmidt-Salomon

Der Philosoph und Publizist Michael Schmidt-Salomon legt mit "Die Grenzen der Toleranz. Warum wir die offene Gesellschaft verteidigen müssen" einen Kommentar zur aktuellen Islam-Debatte vor, welcher aber auch Grundsatzfragen für eine offene Gesellschaft erörtert. Der Autor nimmt dabei eine differenzierte Position ein und plädiert für eine rational entwickelte Auffassung von Toleranz, womit man es zwar nicht mit einem hochphilosophischen Buch, aber einem beachtenswerten Debattenbeitrag zu tun hat.

Gefängnis

Deutschland debattiert die falschen Schlussfolgerungen

Ein Suizid in einer Gefängniszelle – das ist nichts Außergewöhnliches, auch nicht in Deutschland, leider! Und doch ist die Empörung nun groß: Der Terrorverdächtige Al-Bakr konnte sich in der Leipziger Justizvollzugsanstalt das Leben nehmen – und das nur kurze Zeit nach seiner Festnahme durch Landsleute, die er selbst als Mittäter beschuldigte. Die Fassungslosigkeit aber ist heuchlerisch.

Ein Pfarrer verbrennt sich

Ein ungewöhnliches Buch über den "Fall Brüsewitz" liegt vor. Es ist mit fast 700 Seiten trotz leserunfreundlicher kleiner Schrift auch außerordentlich dick, geschrieben mit einer eigenwilligen Sicht auf die DDR und ihre Kirchengeschichte, entwickelt aus der Mehrseitenbetrachtung der historischen Realität, die akribisch erkundet wird.