Wissenschaft

Radical Queer March

Pervertierter Geschlechterdiskurs:

Wie man sich fühlt, so soll man sein - wie man ist, so soll man sich fühlen

Vor zwei Wochen veröffentlichte der Humanistische Pressedienst eine Entgegnung des Autors Adrian Beck auf meinen dort erschienenen Auszug des Queers for Palestine-Papers, in dem ich Schnittmengen zwischen dem Genderparadigma und der orthodoxen islamischen Sexualmoral aufgezeigt habe. Becks Replik wirft mir im Kern vor, Transgeschlechtlichkeit zu pathologisieren und Transpersonen mit meinen Thesen eine Art Konversionstherapie nahezulegen. Das kann ich so nicht stehen lassen. Es folgt eine Erwiderung auf die Erwiderung.

André Sebastiani

Die GWUP kehrt zu ihren Ursprüngen zurück

Freie Debatte statt Vereinsmeinung

Erstmals seit der Richtungswahl 2024 gab es bei der Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften (GWUP) eine Mitgliederversammlung. Diesmal fand sie online statt. Die Wissenschaftsorganisation stellt sich neu auf: freie Debatte statt Lagerdenken, gute Gesprächskultur als Leitmotiv. Im Gespräch mit dem Koordinator des Wissenschaftlichen Zentrums Felix Pfannstiel ziehen der Vorsitzende André Sebastiani und der wissenschaftliche Leiter Nikil Mukerji Bilanz. Und sie diskutieren einen wegweisenden Beschluss der Mitgliederversammlung, der die künftige Linie der GWUP prägen und die Organisation wieder zurück zu ihren Ursprüngen führen soll.

Planet in einer Staubwolke

Hinweise auf komplexe organische Moleküle in planetenbildender Scheibe

Die Evolution des Lebens beginnt vermutlich im Weltall

Ein Forschungsteam unter der Leitung von Abubakar Fadul vom Max-Planck-Institut für Astronomie hat mit dem Alma-Teleskopnetzwerk komplexe organische Moleküle in der protoplanetaren Scheibe des jungen Sternvorläufers V883 Orionis entdeckt – darunter wahrscheinlich erstmals Ethylenglykol und Glykolnitril. Diese Verbindungen gelten als Vorstufen der Bausteine des Lebens. 

Passives Zuschauen reicht nicht aus

Demokratie in den Play-offs

Etablierte Demokratien geraten zunehmend unter Druck – und erodieren. Erst langsam, unbemerkt und mit einem Mal rasend schnell. Welche Effekte besonders fatal wirken und wie eine Gesellschaft der Entwicklung begegnen kann, erforscht Ralph Hertwig am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung. Fakt ist: Passives Zuschauen wird die Erosion nicht aufhalten.

Wenn Menschen Aufgaben an KI delegieren, verhalten sie sich häufig unmoralischer

Künstliche Intelligenz fördert Unehrlichkeit

Verhaltenswissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass Menschen eher unehrlich handeln, wenn sie sich von den Konsequenzen distanzieren können. Es ist einfacher, Regeln zu beugen oder zu brechen, wenn niemand zusieht – oder wenn jemand anderes die Handlung ausführt. Eine neue Studie eines internationalen Forschungsteams des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung der Universität Duisburg-Essen und der Toulouse School of Economics zeigt, dass diese moralischen Hemmschwellen noch weiter schwinden, wenn Menschen Aufgaben an KI delegieren.

Eine kulturübergreifende Studie untersucht, inwieweit der Wein- und Bierkonsum die Entwicklung menschlicher Gesellschaften begünstigt hat

Alkohol und der Aufstieg komplexer Gesellschaften

Seit langem vermuten Forschende, dass Alkohol eine wichtige Rolle bei der Förderung breit angelegter Kooperationen und der Entwicklung komplexer, hierarchischer Gesellschaften gespielt haben könnte – die "Drunk Hypothesis" (Trunkenheitshypothese). Eine Analyse von 186 nicht-industriellen Gesellschaften ergab einen positiven Zusammenhang zwischen dem Vorhandensein traditionell hergestellter fermentierter Getränke (wie Met, Wein und Bier) und einem höheren Grad an politischer Komplexität. Der Einfluss von Alkohol war jedoch eher gering. Dies deutet darauf hin, dass andere Faktoren, wie beispielsweise die Landwirtschaft, für die Entstehung komplexer Gesellschaften wichtiger waren.