Geschichte

Der Humanist

Geschichte der Migration

BERLIN. (hpd) Die Deutschen bildeten im 19. Jahrhundert die größte Einwanderungsgruppe in den USA. Unter ihnen befanden sich auch Freireligiöse und Freidenker, die aus weltanschaulichen oder politischen Gründen aus Deutschland fliehen mussten. Amerika erschien diesen Dissidenten wie das "gelobte Land”, in dem freie Religionsausübung, die Trennung von Staat und Kirche, aber auch die Meinungs-, Presse- und Versammlungsfreiheit in der Verfassung verankert war.

Die weiße Linie

BERLIN. (hpd) Auf dem Foto ist eine weiße Linie mit Grenzbedeutung. Sie ist auf dem Berliner Bahnhof Friedrichstraße fotografiert, wo es den "Tränenpalast” gab und Ankommen, Abfahren, Einsteigen nur auf Kommando… Der gelernte Mitteleuropäer weiß um die Bedeutung dieser weißen Linie. Den Strich zu überschreiten ist nicht einfach nur verboten, sondern man begibt sich und andere in Gefahr, wenn man es tut und der Zug fährt ein. Vorsicht ist geboten. Man kann aber auch keinen Platz finden im Zug, wenn man zu lange ausharrt hinter der Linie. So oder so sagt die weiße Linie, man soll bestimmte Grenzen nicht überschreiten. Es gibt "Kulturschranken”.

Gesucht: Feuerfeste Christen

BERLIN. (hpd) Der sächsische Pfarrer Dr. Theo Lehmann forderte nach Angabe der Regionalausgabe der BILD in einem Gemeindebrief "feuerfeste, KZ-fähige Christen”, die vermutlich ob der drohenden Christenverfolgung und des Verbots allen Nicht-Islamischens zu "besorgten Bürgern” wurden.

Der Diktator als zentraler Machtfaktor

BONN. (hpd) Der Historiker Peter Longerich legt mit "Hitler. Biographie” eine neue voluminöse Darstellung zu dem Diktator vor, wobei er dessen Bedeutung als Zentrum der Geschichte des Nationalsozialismus betont. Es handelt sich um eine imposante Forschungsleistung, wobei die Deutung in der Abgrenzung zu manchen anderen Ansätzen lediglich in Nuancierung besteht, aber in besonderer Schärfe betont wird.

Eine Arbeit zur "Volksgemeinschaft" – leider misslungen

BONN. (hpd) Der Politikwissenschaftler Peter Schyga will in seiner Arbeit "Über die Volksgemeinschaft der Deutschen. Begriff und historische Wirklichkeit jenseits historiografischer Gegenwartsmoden” die Auffassung von "Volksgemeinschaft” decodieren. Auch wenn er dazu immer mal wieder beachtenswerte Erkenntnisse vorträgt, enttäuscht die Arbeit angesichts von fehlender Klarheit in der Aussage und mangelnder Struktur im Aufbau.

"Den totalitären Staat denken"

BONN. (hpd) Der von den Politikwissenschaftlern Frank Schale und Ellen Thümmler herausgegebene Band "Den totalitären Staat denken” enthält 13 Beiträge, welche die Deutung totalitärer Herrschaft durch klassische Ansätze von Philosophen und Sozialwissenschaftlern thematisieren. Die einzelnen Beiträge stammen von guten Kennern der Materie, die auch neue Blick auf bekannte und weniger bekannte Klassiker der Diktaturanalyse von Hannah Arendt über John Maynard Keynes und Karl R. Popper bis zu Luigi Sturzo werfen.

Anarchistische Staatsverständnisse – ein Sammelband

BONN. (hpd) Der Politikwissenschaftler Peter Seyferth hat mit "Den Staat zerschlagen! Anarchistische Staatsverständnisse" einen Sammelband veröffentlicht, welcher Beiträge zum Thema meist bezogen auf Theoretiker von Bakunin über Kropotkin bis Landauer enthält. Die einzelnen Aufsätze zeichnen sich durch hohe Sachkenntnis mit einer aber meist apologetischen Dimension aus. Dabei sind sie insgesamt Bestandteil eines doch sehr fragmentarischen Projektes.

Zoo Berlin will seine Nazi-Vergangenheit aufarbeiten

BERLIN. (hpd) In einem groß aufgezogenen Pressetermin vom 07. Dezember 2015 teilte der Zoologische Garten Berlin mit, sich seiner braunen Vergangenheit stellen zu wollen. Mehr als siebzig Jahre nach dem Ende des verbrecherischen Nazi-Regimes, in das der Zoo tief verstrickt war, soll ebendiese Verstrickung mit Hilfe einer für Ende 2016 anvisierten Ausstellung auf dem Zoogelände aufgearbeitet werden. Zugleich wurde die Ehrenbüste eines Nazi-Zoodirektors mit einer erklärenden Hinweistafel versehen.

Holocaust und Staatsauflösung – eine einseitige Deutung

BONN. (hpd) Der US-amerikanische Historiker Timothy Snyder formuliert in seinem Buch "Black Earth. Der Holocaust und warum er sich wiederholen kann" eine neue Deutung des Massenmordes an den Juden, wobei er diesen aus der Rahmensituation von Staatsauflösungen erklärt. Auch wenn dieser Faktor sicherlich mit eine bedeutende Rolle spielt, so erklärt er angesichts des Funktionierens eines totalitären Staates eben gerade nicht allein und überzeugend den Holocaust.