Freidenker\*innen-Kalender 2027 erschienen
Gegen den Strom
Geschichte nicht nur als Rückblick zu verstehen, sondern danach zu fragen, was sie mit unserer Gegenwart zu tun hat. Diesen Anspruch verfolgen die Freidenker*innen Ulm/Neu-Ulm mit ihrem Kalender für das Jahr 2027.
Unter dem Motto „Gegen den Strom“ widmen sich die zwölf Kalenderblätter historischen Ereignissen, gesellschaftlichen Auseinandersetzungen sowie Künstler*innen, Schriftsteller*innen und politischen Persönlichkeiten. Zwölf Kalenderblätter über Menschen, Kunst und gesellschaftliche Auseinandersetzungen – und die Frage, was Geschichte mit unserer Gegenwart zu tun hat
Dabei führt der Kalender weit über Ulm und Neu-Ulm hinaus: vom Bauernkriegspanorama in Bad Frankenhausen über die chinesische Geschichte des 20. Jahrhunderts und die Studentenbewegung der 1970er-Jahre bis zu Käthe Kollwitz, Frida Kahlo, Walter Benjamin, Clara Zetkin, Sacco und Vanzetti und Crazy Horse.
Die Themen sind unterschiedlich, die Frage dahinter ist jedoch eine gemeinsame: Wie haben Menschen auf die gesellschaftlichen Verhältnisse ihrer Zeit reagiert – mit Kunst und Literatur, mit politischem Engagement, Widerstand oder dem Kampf um gesellschaftliche Veränderung?
„Ein Kalender über Geschichte sollte nicht bei Jahrestagen stehen bleiben. Uns interessiert, warum Menschen gegen die herrschenden Verhältnisse aufbegehrten, welche Ideen und Hoffnungen sie bewegten und was davon für unsere Gegenwart von Bedeutung ist“, erklärt Johannes Glembek, Vorsitzender der Freidenkerinnen & Freidenker Ulm/Neu-Ulm.
Dass der Blick auf Geschichte dabei nicht in Pessimismus münden soll, gehört ausdrücklich zum Konzept des Kalenders. Unsere Gegenwart ist geprägt von Kriegen, der Zerstörung unserer natürlichen Lebensgrundlagen, Hunger, Misswirtschaft und der Ignoranz der Herrschenden. Doch trotz alledem will der Kalender nicht nur auf das Negative verweisen. Er erinnert auch an Menschen, Ideen und gesellschaftliche Kämpfe, die Mut machen, sich einzumischen, selbst zu denken und sich mit den bestehenden Verhältnissen nicht abzufinden.
Den Kalenderblättern vorangestellt ist ein Zitat von Volker Braun aus „Der Stoff zum Leben“: „Ein Bett, breit, um süß zu nächtigen. Ein Tisch, und Stühle. Rotwein. Brot. Arbeit und Freiheit ungeteilt. Geht mir aus der Sonne, ihr Mächtigen!“
Für die Freidenker*innen bringt dieses Spannungsverhältnis einen wesentlichen Gedanken des Kalenders auf den Punkt: das Leben sinnenfroh zu feiern und zugleich den Mächtigen und ihren Untaten zu widersprechen.
Die Themen für 2027
• Bauernkriegspanorama. Bad Frankenhausen
• 100 Jahre Nanchang-Aufstand
• 50 Jahre Studentenrevolte
• Käthe Kollwitz – Künstlerin. Pazifistin. Humanistin.
• Peter Weiss 1916 – 1982. Die Maschinen greifen die Menschen an
• 170 Jahre Clara Zetkin (1857 – 1933)
• Frida Kahlo 1907 – 1954
• Walter Benjamin – Engel der Geschichte 1892 – 1940
• Sacco und Vanzetti
• Diego Rivera (1886 – 1957)
• Peggy Parnass – Schriftstellerin. Lyrikerin. Pazifistin.
• Crazy Horse vor 150 Jahren getötet
Die einzelnen Kalenderblätter verbinden Bildgestaltung mit historischen und biografischen Texten. Der Kalender soll damit nicht nur durch das Jahr begleiten, sondern zum Lesen, Nachdenken und Weiterdiskutieren anregen.
„Freidenken bedeutet für uns auch, vermeintliche Gewissheiten infrage zu stellen, Geschichte kritisch zu betrachten und sich ein eigenes Urteil zu bilden. Unser Kalender soll dazu einen kleinen Beitrag leisten und dabei darf er natürlich auch einfach Freude machen“, so Johannes Glembek weiter.
Der Freidenker*innen-Kalender 2027 kostet 8,80 Euro zuzüglich Versandkosten. Ab fünf Exemplaren beträgt der Preis 6,80 Euro je Exemplar zuzüglich Versandkosten. Der Kalender ist über den Alibri Verlag erhältlich.