Die fowid-Studie zu Religionszugehörigkeiten 2025

Konfessionsfreie auf dem Weg zur Mehrheit – Kirchen schrumpfen weiter

Der Mitgliederschwund bei den Großkirchen hält unvermindert an. Mehr als eine Million Menschen in Deutschland kehrten 2025 der evangelischen und der katholischen Kirche den Rücken. Beide zusammen machten Ende des Jahres nur noch knapp 44 Prozent der Bevölkerung aus. Zu diesem Ergebnis kommt die Forschungsgruppe Weltanschauungen in Deutschland (fowid) in einer aktuellen Untersuchung. Die größte weltanschauliche Gruppe bilden demnach die Konfessionsfreien mit 48 Prozent. Ihr Anteil steigt weiter: Laut fowid-Prognose werden sie spätestens 2028 die Mehrheit in Deutschland stellen. 

Leere Kirche

Ende 2025 gab es in Deutschland etwa 19,2 Millionen Katholiken (23 Prozent der Bevölkerung) und 17,4 Millionen Mitglieder der EKD-Landeskirchen (20,8 Prozent). Vier Prozent gehören dem Islam an, die restlichen vier Prozent verteilen sich auf Religionsgruppen wie Buddhisten, Hindus und kleine christliche Gemeinschaften.

fowid-Kreisdiagramm

Vom Trend zum Mitgliederschwund sind neben den Großkirchen auch die kleineren protestantischen Glaubensgemeinschaften betroffen, darunter etwa die Neuapostolische Kirche oder die Zeugen Jehovas. Immerhin 70.000 Menschen kehrten diesen Gruppen im vergangenen Jahr den Rücken. Dagegen blieben die Mitgliederzahlen der orthodoxen Religionsgemeinschaften 2025 stabil.

Ein gänzlich anderes Bild zeigt sich bei den konfessionsgebundenen Muslimen. Bei dieser Gruppe ist für das Jahr 2025 eine Zunahme von 73.000 Mitgliedern auf insgesamt 3,3 Millionen Menschen zu verzeichnen. Wesentlicher Grund ist laut fowid die Zuwanderung von Gläubigen. Da die islamischen Gemeinden in Deutschland, anders als die beiden Großkirchen, keine öffentlichen Mitgliedsregister führen, stützen sich diese Zahlen auf Daten zu den Asyl-Erstanträgen und zur Migration aus überwiegend muslimischen Ländern. In diesem Zusammenhang weist fowid ausdrücklich darauf hin, dass unter dem Sammelbegriff „Islam als Religionsgemeinschaft“ eine Vielfalt von unterschiedlichen Glaubensvorstellungen zusammengefasst ist. 

Die größte weltanschauliche Gruppe sind die über 40 Millionen Konfessionsfreien (48,1 Prozent der Bevölkerung). Und es werden stetig mehr: 2021 waren es erst 34,8 Millionen (41,9 Prozent). fowid geht davon aus, dass sie wohl schon Ende 2027, spätestens 2028, die absolute Mehrheit in Deutschland stellen.

fowid: Religiöse Praxis

Wie stark die Religionen an Bedeutung verloren haben, zeigt sich auch im schwindenden Interesse an Gottesdiensten und anderen religiösen Handlungen – quer durch alle Glaubensgemeinschaften. Nur noch eine verschwindende Minderheit von fünf Prozent der Gesamtbevölkerung praktiziert überhaupt noch eine Religion – wohlgemerkt, quer durch alle Religionen und Konfessionen. 

Kommentare (4)

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Erwin Kress (nicht überprüft)

Di. 7 Jul 2026 - 14:16

Nein, Frau Hüsgen, die größte weltanschauliche Gruppe sind nicht die Konfessionsfreien. Sie verfügen über keine gemeinsame Weltanschauung. Ihr einziges gemeinsames Kennzeichen ist, dass sie keiner (staatlich registrierten) Konfession angehören - eine Negativabgrenzung also!

Paul München (nicht überprüft)

Mi. 8 Jul 2026 - 12:06

Antwort auf von Erwin Kress (nicht überprüft)

Naja, die "berühmten" Nicht-Briefmarkensammler sind auch nicht registriert und mangels einschlägiger Betätigung auf diesem Gebiet garnicht sichtbar. Die Nicht-Fußballfans und die Nicht-Oktoberfest-Besucher sind quasi ebenfalls im Verborgenen. - So, wie die meisten Atheisten, die einfach NUR ihre Ruhe haben wollen in Bezug auf religiösem Glauben.

Unechter Pole (nicht überprüft)

Mi. 8 Jul 2026 - 14:04

Antwort auf von Erwin Kress (nicht überprüft)

Herr Kress, Sie vermischen hier die Kriterien der formalen Zugehörigkeit und der inneren Überzeugung. Bei den nicht praktizierenden Katholiken und Evangelischen kann man doch kaum über eine (jeweils) gemeinsame Weltanschauung in Ihrem Sinne sprechen, außer des gemeinsamen Nenners, dass sie (meistens ungefragt) getauft wurden, aber später nicht ausgetreten sind.

Mark (nicht überprüft)

Do. 9 Jul 2026 - 00:00

Das bedeutet nicht, dass Menschen sind anderen Ideen zuwenden, wie der Esoterik oder politischen Ideologien. Die Menschen werden weniger religiös, aber es bedeutet eben nicht, sie werden rationaler und vernünftiger..

Inge Hüsgen

Die Autorin ist die Chefredakteurin des "Skeptiker", der Vierteljahreszeitschrift der GWUP (Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften) sowie Redakteurin beim Humanistischen Pressedienst.

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