Die Seltenheit der Ordnung

Es ist eines der berühmtesten Gedankenexperimente: Man nehme eine unendliche Anzahl Affen, die unendlich lange auf Tastaturen hauen – und irgendwann werden sie die gesamten Werke Shakespeares geschrieben haben. In metaphysischen Diskussionen wird das "Infinite Monkey Theorem" häufig angeführt um zu zeigen, dass die Existenz des Universums mit seinen fein abgestimmten Naturgesetzen eben kein Beweis für die Existenz eines intelligenten Schöpfers ist, sondern durchaus auch zufällig entstanden sein kann. Wenn man lange genug wartet, dann wird auch im größten Chaos ein Gebiet entstehen, in dem Ordnung herrscht.

Affen

Aber wie unwahrscheinlich ist es genau, dass sich die Werke Shakespeares aus dem wilden Tippen von Affen ergeben? Dies haben sich im Jahr 2024 zwei australische Mathematiker, Stephen Woodcock und Jay Falletta, gefragt und sich näher mit dem "Finite Monkey Theorem" auseinandergesetzt. Wie der Name schon sagt, hat man es hier – anders als im ursprünglichen Gedankenexperiment – mit einer endlichen Anzahl Affen und einer endlichen Zeitspanne zu tun.

Die Forscher entschieden sich für Schimpansen, da diese am nächsten mit dem Menschen verwandt sind. Wenn ein Schimpanse sein ganzes Leben lang (1 Milliarde Sekunden oder etwas mehr als 30 Jahre) ununterbrochen auf die Tastatur haut, wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass er ein bestimmtes Wort beziehungsweise einen bestimmten Text schreibt? Wenn es nicht nur einer ist, sondern alle 200.000 weltweit zurzeit lebenden Schimpansen, die ihr ganzes Leben lang tippen? Und wie hoch die Wahrscheinlichkeit, dass die Affenpopulation (angenommen, sie bleibt konstant bei 200.000) es vor dem Hitzetod des Universums in 10 hoch 100 Jahren schafft?

Natürlich hängt dies stark von der Länge der geforderten Phrase ab. Um "bananas" zu schreiben, müsste grob 2,2 mal 10 hoch 10 (22.000.000.000) Mal auf die Tastatur gehauen worden sein (man geht von einer Tastatur mit 30 Tasten aus, wie sie im englischen Sprachraum üblich ist). Die Wahrscheinlichkeit, dass ein einzelner Schimpanse selbst so ein einfaches Wort in seiner Lebenszeit schafft, liegt bei grob 0,05, also 5 Prozent. Wenn man aber alle Schimpansen zusammen nehmen würde, würden sie es mit einer Wahrscheinlichkeit von 1 (also ganz sicher) schaffen.

Nun ein etwas längerer Satz: "I chimp, therefore I am" ("Ich affe, also bin ich"). Hierfür bräuchte man statistisch gesehen 9,4 mal 10 hoch 33 Anschläge auf der Tastatur. Die Chance, dass ein einziger Affe es in seiner Lebzeit schafft, wird mit 10 hoch minus 25 angegeben; auch die Wahrscheinlichkeit für alle jetzt lebenden Schimpansen zusammen beträgt gerade einmal 2 mal 10 hoch minus 20, liegt also immer noch fast bei null. Wenn man aber die 200.000 Schimpansen bis zum Hitzetod des Universums arbeiten lassen würde, hat man wieder die Wahrscheinlichkeit von 1 (also ziemlich sicher), dass sie irgendwann den entsprechenden Satz tippen würden.

Woodcock und Falletta nehmen noch weitere Texte als Beispiel, bis sie sich den Werken von William Shakespeare zuwenden. Diese bestehen aus 884.647 Wörtern – hierfür müssten die Affen etwa 10 hoch 7.448.366 (eine 1 mit 7.448.366 Nullen) Mal auf die Tasten drücken.

Dass ein einzelner Affe dies schafft, dafür beträgt die Wahrscheinlichkeit gerade mal 10 hoch minus 7.448.357. Auch für alle Schimpansen zusammen wäre es nur 2 mal 10 hoch minus 7.448.352. Und die Wahrscheinlichkeit, dass eine konstante Schimpansen-Population von 200.000 es durch wildes Herumtippen schafft, vor dem Hitzetod des Universums das Gesamtwerk Shakespeares zu schreiben? Diese Wahrscheinlichkeit wird mit lediglich 6,4 mal 10 hoch minus 7.448.254 angegeben. Auf gut Deutsch: verdammt unwahrscheinlich.

Sollten wir also doch die Existenz eines intelligenten Schöpfers annehmen?

Was folgt daraus? Wenn es so unwahrscheinlich ist, dass aus Chaos Ordnung entsteht, sollten wir doch die Existenz eines intelligenten Schöpfers annehmen? Ein religiöser Mensch, der die Berechnungen von Woodcock und Falletta sieht, könnte schnell zu dem Schluss kommen, hierin doch eine Art Gottesbeweis zu sehen. Dies ist aber etwas voreilig. Was besagt das ursprüngliche Gedankenexperiment? Dass auch ohne Planung aus Chaos Ordnung entstehen kann, wenn man nur lange genug wartet beziehungsweise unendlich große Ressourcen zur Verfügung hat.

Und was besagt das Gedankenexperiment von Woodcock und Falletta? Es benutzt konkrete Zahlen (also endliche Angaben), um besser zu veranschaulichen, wie gering die Wahrscheinlichkeit ist. Aber es ist ein riesiger Unterschied, ob die Wahrscheinlichkeit sehr, sehr, sehr nahe an Null ist, also etwas sehr unwahrscheinlich, oder ob die Wahrscheinlichkeit tatsächlich bei Null liegt, die Sache also unmöglich ist.

Betrachten wir ein paar Beispiele aus den Naturwissenschaften, die gerne als Argumente für Fine Tuning eines intelligenten Schöpfers angesehen werden:

Wäre die Gravitationskonstante nur etwas größer, wäre die Materie nach dem Urknall sofort wieder kollabiert, wäre sie etwas schwächer, gäbe es keine Bindungskräfte, sodass sich Materie nicht sammeln würde. Das Universum wäre also entweder sofort wieder vernichtet worden oder bestünde nur aus sehr dünnem Nebel.

Wäre die Kernkraft (die im Atomkern Protonen und Neutronen zusammenhält) nur etwa 0,5 Prozent stärker, würde nur Wasserstoff existieren, dessen Kern nur aus einem Proton und keinem Neutron besteht. Wäre die Kraft nur 0,5 Prozent schwächer, gäbe es keine stabilen Atomkerne. Es gäbe im Universum also entweder nur Wasserstoffatome oder gar keine Atome.

Wäre das Verhältnis von Protonen- zu Elektronenmasse nicht 1:1.836, sondern nur ein bisschen anders, könnten sich Atome ebenfalls nicht stabil binden.

Es gibt noch zahlreiche weitere Beispiele, die ich hier nicht alle erwähnen will. Jede dieser feinen Justierungen ist sehr, sehr, sehr unwahrscheinlich. Zusammengenommen sind sie erst recht sehr, sehr, sehr, sehr, sehr unwahrscheinlich. Ich habe nicht nachgerechnet, aber ich behaupte: deutlich unwahrscheinlicher, als dass die 200.000 Schimpansen bis zum Hitzetod des Universums Hamlet, Romeo und Julia und Co. geschrieben haben werden. Aber eben nicht unmöglich.1

Eine andere Art der Ehrfurcht durch die Naturwissenschaften

Man kann das ganze auch anders sehen. Anstatt angesichts der riesigen Unwahrscheinlichkeit unserer Existenz auf einen intelligenten Schöpfer zu schließen, kann man durch die Naturwissenschaften eine andere Art der Ehrfurcht erfahren: Zeigt nicht gerade die Tatsache, wie unwahrscheinlich die Existenz unseres Universums und somit der Menschheit ist, wie wunderbar das Leben sein kann? Macht nicht gerade das unser Leben so viel wert?

Man stelle sich vor, dass wir von einem Multiversum umgeben sind, voller Universen, in denen die Naturgesetze ein bisschen anders sind. Milliarden von Quadrilliarden von Quintilliarden von Universen, in denen kein Leben möglich ist – aber irgendwo dazwischen eben auch unseres. Genau wie das Wort "bananas" aus dem obigen Beispiel eine kleine "sinnvolle" Insel in unzähligen Seiten voller bedeutungslosen Buchstabenkombinationen wäre, wäre unser Universum ebenfalls nur eine kleine "genau richtig" abgestimmte Insel inmitten eines Multiversums voller "chaotischer" Universen, in denen kein Leben möglich ist. Wenn man so bedenkt, wie unwahrscheinlich unsere Existenz ist, muss man doch fast schon zwingend eine tiefe Ehrfurcht vor unserem Leben empfinden. Und somit auch ein Gefühl für seinen ungeheuren Wert bekommen.


1 Und selbst wenn das die Existenz eines Schöpfergottes beweisen würde (die deistische Position) würde daraus längst nicht folgen, dass dieser Gott auch ein persönlicher Gott ist, der in seine Schöpfung eingreift, Gebete erhört usw. Erst recht nicht, dass es sich hierbei um den christlichen, den islamischen oder sonst einen Gott handelt.

Kommentare (17)

Franz Edler (nicht überprüft)

Mi. 8 Jul 2026 - 11:24

Es erstaunt mich immer wieder mit welcher Hartnäckigkeit „Intelligent Design“ geleugnet wird. Man strapaziert die Wahrscheinlichkeitsrechnung und klammert sich dann an sehr, sehr, sehr, sehr, sehr unwahrscheinliche Ereignisse bevor man sich weiter mit der Evidenz eines Schöpfers beschäftigt. Die Feinabstimmung des Universums ist nämlich nicht der einzige Hinweis dem man dabei nachgehen könnte.

Werter Herr Edler: Bitte lesen Sie doch einmal unvoreingenommen das Buch von Joachim Kahl mit dem Titel " Das Elend des Christentums" vielleicht geht ihnen, falls Sie noch in der Lage sind klar zu denken, ein Licht auf.
Ich fürchte aber, Sie sind derartig Indoktriniert daß sie das Buch überhaupt nicht verstehen können, oder Sie lehnen es per se ab derartige aufklärende Bücher zu lesen.
So werden Sie ein Opfer der Indoktrination lebenslang bleiben.

Ja, jetzt kommt wieder die Indoktrinationskeule.
Sie sind ja nicht indoktriniert, sie haben sich das alles wahrscheinlich selbst beigebracht mit Ausnahme von Joachim Kahl.
Ich habe mir das Buch soeben bestellt (antiquarisch). Bin schon gespannt ob es meine Sichtweise ins Wanken bringt.

Na da bin ich aber gespannt, Sie wissen schon, daß es die Menschheit seit 500 000 Jahren gibt auf der Erde, aber den jetzigen Gott erst seit ca. 3000 Jahren und das auch nur in einigen "christlichen" Ländern, andere Völker haben auch heute noch andere Götter oder einen anderen Gott, was immer das auch sein mag.
Übrigens ist unser Planet Erde schon zig Millionen von Jahren alt und die Menschheit dagegen
eine junge Spezies.
Ich erwarte von Ihnen nichts anderes als die üblichen Ablehnungen der Realität und das weiter Träumen von einem erfundenen Gott oder wie immer man dieses erfundene Wesen benennt.

Ich bin doch sehr erstaunt, liebe(r) G. B., wie eigentlich Ihre aggressive Haltung gegen die angebliche Indoktriniertheit und Unbelehrbarkeit von Franz Edler zustande kommt – wobei Sie, wohlgemerkt, ohne jeden vorausgegangenen persönlichen Angriff gegen Sie feuern. Man mag es für unpassend halten, dass jemand davon spricht, dass Intelligent Design "geleugnet" werde. Sie selbst sind aber auch nicht besser, wenn Sie von einem "erfundenen Wesen" sprechen; denn eindeutig widerlegt ist die Existenz einer schöpferischen intelligenten Instanz ja gerade nicht.
Die Bibel überspannt einen Zeitraum von ca. dreitausend Jahren, das ist richtig. Wobei die Gottesvorstellungen sich im Laufe der Zeit gewandelt haben und auch die Bibel nur viele Ausschnitte vieler Weltbilder versammelt, nicht etwa ein über Jahrtausende konsistent gebliebenes einzelnes. Ein Mensch der frühen Bronzezeit würde sein Gottesbild in einem heutigen christlichen Gottesdienst womöglich nur schwer wiedererkennen, wenn überhaupt. Gottesvorstellungen sind dynamisch, wie gerade die Geschichte des Christentums zeigt. Darum geht es aber auch nicht: Denn die Kulturgeschichte des Menschen, der sehr viel jünger ist als der Planet oder gar das Universum, ist kein Argument gegen die Existenz eines Gottes (oder etwas, das man so nennen könnte). Immerhin ist es ein Argument gegen die unbedingte Gültigkeit einer bestimmten Gottesvorstellung, die deswegen allerdings auch nicht falsch sein muss.

Gottesvorstellungen haben sich im Laufe der Zeit geändert - und wer eine andere Gottesvorstellung hatte als die jeweils "herrschende Meinung", wurde ausgegrenzt, oft verfolgt und drangsaliert. Gott - so er denn existiert - verhält sich dazu völlig gleichgültig, es ist ihm offensichtlich egal, welche Vorstellung die Menschen von ihm haben, ja sogar wenn sie als Atheisten überhaupt keine haben, ist es ihm egal.
Vor diesem Hintergrund sollten die Religiösen verschiedener Glaubensrichtungen endlich damit aufhören, sich gegenseitig in vielfältiger Weise das Leben schwer zu machen. Im nächsten Schritt sollten sie eingestehen, dass Gott nicht existiert oder sich zumindest völlig gleichgültig verhält. Dass er einst aus einer Wolke heraus oder aus einem brennenden Dornbusch gesprochen habe und seitdem sich nicht mehr gemeldet hat.

Meine Gottes vorstellung fusst auf der Bibel, und die hat sich in den letzten fast 2000 Jahren nicht geändert. Geändert haben sich nur die Methoden die Bibel für eigene Zwecke zu missbrauchen.
Ihrem Vorschlag (zugeben dass Gott nicht existiert oder sich zumindest völlig gleichgültig verhält) kann ich aber leider nicht nachkommen. Meine tägliche Erfahrung ist nämlich eine andere.

Ernsthaft, erzählen Sie uns doch bitte von Ihren Gotteserfahrungen. Andernfalls ist davon auszugehen, dass Gott verstorben ist, da er sich nicht mehr gemeldet hat, seit er aus dem brennenden Dornbusch gesprochen hat.

Meine agressive Haltung ist nichts anderes als Realitätssinn gegen die erfundenen Märchen
von Göttern weltweit, diese befrieden die Welt nicht, sondern sie spalten die Menschheit
permanent, da jede Konfession behauptet sie habe den einzig richtigen Gott und deshalb
behaupte ich, daß es KEINEN Gott real gibt sondern nur indoktrinierte Menschen welche auf diesen, von anderen Menschen erfundenen "Gott" aus Angst vor dem absoluten Lebensende
hereinfallen und sich an ein Leben nach dem Tod klammern, dies ist nicht real, sondern nur
eine Erfindung der Verkünder um Macht und Reichtum zu generieren, ist das so schwer zu verstehen? Jeder Mensch und jedes Tier lebt nur einmal auf dieser Erde und das ist auch gut so, damit hat jedes Wesen die Chance die Welt kennen zu lernen, und daraus das beste zu machen für sich und seine Mit-Lebewesen, aber ewig lebt auch diese Erde nicht und irgend wann muß auch diese sterben, das ist der ständige Kreislauf der Natur welchen wir nicht entrinnen können, da hilft auch kein erfundener GOTT.

Ich möchte nur auf den eine Punkt antworten " ... diese befrieden die Welt nicht, sondern sie spalten die Menschheit permanent, da jede Konfession behauptet sie habe den einzig richtigen Gott ...". Da bin ich ja richtig froh, dass Menschen ohne Glauben an erfundene Märchen wie z.B. Hitler, Stalin, Pol Pot, Mao ... die Welt richtig befriedet haben.
Und übrigens habe ich die Gewissheit eines ewigen Lebens, weil der christliche Gott nicht erfunden wurde sondern lebt.

Werter Herr Sand, es gibt kein Argument gegen ein erfundenes Wesen, noch NIE hat ein gesunder Mensch einen Gott gesehen oder gehört diese Erfindung dient nur den Erfindern,
welche dadurch Macht und unglaublichen Reichtum generiert haben, es gibt auch kein Leben nach dem Tod, das sollten allen Menschen klar sein, man hat nur die eine Chance sein Leben
für alle Mitmenschen wertvoll und realistisch zu gestalten, die Erfindung eines imaginären
Gottes verhindert das reale Leben und den Umgang mit sich selbst und seinen Mitmenschen
und stellt die Einmaligkeit jedes Individuums in Frage indem es ein Leben nach dem Tod manifestiert, was jeder realistische Mensch sofort als Lüge erkennen kann, nach dem Ableben eines Menschen gibt es real nur 2 Möglichkeiten, 1. zwei Meter unter der Erde verfaulen,2.
zu einem Häufchen Asche zu werden, das war es dann für die Krönung der Schöpfung.
Also verschwendet euer Leben nicht mit einer Lüge, sondern versucht das beste für alle draus zu machen und diesen unrealistischen Aberglauben endlich auf den Müllhaufen der Geschichte zu entsorgen, da Leben wird dadurch zwar nicht einfacher aber wenigstens ohne Selbstbetrug ehrlicher, dadurch werden auch gedankliche Ideen frei welche bis dato von unrealistischen Aberglauben besetzt waren, denk mal darüber nach!

Paul München (nicht überprüft)

Mi. 8 Jul 2026 - 11:44

Antwort auf von Franz Edler (nicht überprüft)

Herr Edler, googeln Sie doch mal nach "Unintelligent Design", das ist nicht nur eine Religionsparodie. Wissenschaftler haben Beispiele aufgezählt von Details im Körperbau verschiedenster Tierarten, bei denen man -wenn man einen Schöpfer postuliert- annehmen muss, dass diesem diverse Fehler unterlaufen sind.
Zum Beispiel ein Nervenstrang, der bei der Giraffe einen fünf(!) Meter langen Umweg nimmt. Die "Gänsehaut" beim Menschen, erklärbar als ein Relikt aus der früher vorhandenen Behaarung des Rückens. Der sog. "blinde Fleck" im menschlichen Auge, an der Stelle, an der die Nerven das Auge verlassen. Bei manch anderen Lebewesen ist das Auge anders konstruiert, ohne diesen Fehler.

Vergebliche Mühe Herr München, dieser Herr Edler ist tiefen indoktriniert und nicht fähig irgend eine Realität zu akzeptieren, für ihn ist alles von Gott gemacht und eine andere
Möglichkeit gibt es für ihn nicht.

Was Herr Edler tatsächlich, zumindest in diesem Kommentarbereich, nie geschrieben hat, liebe(r) G. B. Er scheint an einen Schöpfer zu glauben und ihn auch für evident zu halten. Dass er Einwände gegen seinen Standpunkt allerdings mit der Vehemenz und verbalen Aggression ausschlösse, die Sie hier an den Tag legen, habe ich nicht gefunden.

Inseljunge (nicht überprüft)

Mi. 8 Jul 2026 - 11:25

Intelligent Design ist keine wissenschaftliche Hypothese:
a) Sie nimmt einen unzugänglichen übernatürlichen Einfluss an, der
b) weder verifizierbar noch falsifizierbar ist und daher
c) die eigene Position nicht begründen kann.
Wahrscheinlichkeit: Bei solchen Problemlagen ist immer jeweils der
detaillierte Rechenweg offenzulegen, der zur Wahrscheinlichkeit der
natürlichen und zur Wahrscheinlichkeit eine göttlichen Schöpfung
führt; in jedem Fall ist geringe Wahrscheinlichkeit keine Evidenz für
die alternative Hypothese.

Feinabstimmung: Diese Hypothese setzt unbegründet den jetzigen
Zustand als Ziel eines Agenten voraus. Ferner wird unbegründet
unterstellt, dass z. B. die Naturkonstanten veränderlich sind und
auch tatsächlich justiert wurden.

Sinapis (nicht überprüft)

Mi. 8 Jul 2026 - 11:25

Eine Berechnung von "Wahrscheinlichkeiten" dafür, dass Naturkonstanten eben den Wert haben der sich bestimmen lässt und keinen anderen ,erscheint mir ähnlich abwegig und sinnlos wie die krampfhaften Versuche Wissenschaftliche Erkenntnisse in esoterische oder religiöse Vorstellungen zu integrieren...

Matt Sand (nicht überprüft)

Mi. 8 Jul 2026 - 11:26

Die Fußnote ist hier wohl das Entscheidenste: Das zufällige Entstehen einer Ordnung ist unwahrscheinlich; dass etwas existiert, ist unwahrscheinlich; dass insbesondere der Mensch so, wie er ist, existiert, ist erst recht unwahrscheinlich. Also ist ein Göttliches, wie auch immer man es sich vorstellen mag, ebenfalls sehr unwahrscheinlich. Diese Feststellung hat aber – wie im Artikel nur vorsichtig ausgedrückt – so wenig die Qualität eines Gegenbeweises wie eines Beweises. Ob es irgendetwas oder jemanden gibt, das / der als göttlich beschrieben werden kann, bleibt Glaubensfrage.
Zu insistieren, Gott existiere nicht, ist eine Aussage über Gott. So wenig evident wie ihr Gegenteil, und in der Regel überdies auf eine bestimmte kulturelle Gottesvorstellung bezogen. Sie ist daher auch nicht wissenschaftsbasierter oder vernünftiger. Dass die Welt keineswegs in sieben Tagen geschaffen wurde und der Mensch ein evolutionär gesehen lächerlich junges Wesen ist, dass es überhaupt Evolution gibt, bestreiten heute auch viele religiöse Menschen nicht mehr. Gerade dieses Bestreiten aber codiert der Begriff "Intelligent Design", der hier (unglücklich) auf eine viel basalere Ansicht übertragen wird. Dadurch werden Menschen, die – lediglich – an einen nicht zufälligen Ursprung alles Existierenden glauben, mit Evolutionsleugnern und Bibelpuristen in einen Topf geworfen.

Paul Adrich

Der Autor studierte Philosophie und befasst sich aktuell an einer Universität mit IT und Technik aus interdisziplinärer Sicht. Er ist beim Düsseldorfer Aufklärungsdienst (DA!) und der Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften (GWUP) aktiv.

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