Rezensionen

Jan Lauwereyns Wissenschaftsroman "Monkey Business"

Das Konzert der Nervenzellen

BERLIN. (hpd) Jan Lauwereyns gehört einer neuen globalen Cross-over-Schriftstellergeneration an. Der junge Flame ist Neurophysiologe an einem Forschungsinstitut in Tokio und schreibt auf Niederländisch und Englisch: bislang Gedichte. Nun hat er einen Roman, einen Wissenschaftsroman, vorgelegt: "Monkey Business", was auf Englisch soviel wie Unfug bedeutet. Darin erzählt ein Versuchsaffe.

Aleksei Germans Film "Es ist schwer ein Gott zu sein" ist absolut großartig. Aber vollkommen irrsinnig.

Innerweltlicher Irrsinn

BERLIN. (hpd) Nach seiner Uraufführung im November 2013 auf dem Filmfestival in Rom ist er nun zum 03. September 2015 in wenigen Kinos in Deutschland angelaufen. German drehte den Film von 2000 bis 2006. Die Postproduktion dauerte nochmals 7 Jahre. German hat ihr Ende nicht mehr erlebt, er starb 2013 kurz vor der Fertigstellung des Films.

Verschwörungstheorien

Erkenntnistheoretische Aspekte des Verschwörungsdenkens

BONN. (hpd) Der Philosoph Karl Hepfer arbeitet in seinem Buch "Verschwörungstheorien. Eine philosophische Kritik der Unvernunft" entgegen des Untertitels hauptsächlich die erkenntnistheoretischen Dimensionen von Konspirationsvorstellungen auf. Dies geschieht mitunter ein wenig essayistisch und unsystematisch, bringt aber Analyse und Forschung weiter.

Studie zum Wissen über deren Macht

Die "Bilderberg"-Gruppe

BONN. (hpd) Der Politikwissenschaftler und Soziologe Björn Wendt untersucht in seinem Buch "Die Bilderberg-Gruppe. Wissen über die Macht gesellschaftlicher Eliten" das Wissen von Medien, Politik und Verschwörungsanhängern zur genannten Gruppe. Dabei macht er deren strukturellen Blindheiten und Verzerrungen deutlich, kann aber – was indessen auch nicht sein Ansatz ist - letztendlich auch keine Einschätzung zur politischen Relevanz der "Bilderberger" vornehmen.

Aufsätze von Michael J. Sandel

Eine kommunitaristische Deutung von Moral und Politik

BONN. (hpd) Der US-amerikanische Sozialphilosophi Michael J. Sandel legt in seinem Buch "Moral und Politik. Gedanken zu einer gerechten Gesellschaft" eine Sammelung von früheren Aufsätzen vor, worin er Fragen der Gerechtigkeit aus der Perspektive eines liberalismuskritischen Kommunitarismus erörtert.

Helen Macdonald erkundet in "H wie Habicht" die Habichtpsyche

Die Parallelwelt einer gefiederten Jägerin

BERLIN. (hpd) Nicht wie Thomas Nagel einst fragte – Wie fühlt es sich an, eine Fledermaus zu sein? - nein, wie fühlt es sich an, ein Habicht zu sein, das ist für Helen Macdonald die Frage. Eine praktische Frage, sie ist Falknerin, und eine literarische, sie ist Dozentin für Wissenschaftsgeschichte in Cambridge und schreibt eine wunderbare Prosa.

Rezension

Ist die Kirche eine keusche Hure?

GRAZ. (hpd) Nicht nur der in der Überschrift gestellten Frage geht der Autor nach, sondern hauptsächlich jener, ob der Jesuit Bergoglio als Papst Franziskus nur ein "Fassadenstreicher" in der Maske des Gutmenschen ist oder ob er es mit der "armen Kirche" für die Armen, ernst meint.

Ein Buch über die "neue Rechte"

Gut gemeint, aber nicht gut gelungen

BONN. (hpd) Die Journalisten Liane Bednarz und Christoph Giesa wollen in ihrem Buch "Gefährliche Bürger. Die neue Rechte greift nach der Mitte" von der Gefahr "rechter Intellektueller" warnen. Leider kennen sie sich nicht sonderlich gut mit der Materie aus, wodurch ein eher fragmentarisch und oberflächlich gehaltenes Werk entstanden ist – gut gemeint, aber nicht gut gelungen.

Nicht aufklärerisch, sondern manipulativ

Die Kampfschrift "Don't Go Veggie!"

BONN. (hpd) Die Autoren Udo Pollmer, Georg Keckl und Klaus Alfs wollen in ihrem Buch "Don't Go Veggie! 75 Fakten zum vegetarischen Wahn" gegen behauptete Auffassungen von Gegnern des Fleischkonsums anargumentieren. Es handelt sich indessen um ein von Gehässigkeit und Herabwürdigungen geprägtes Werk, das mit Manipulationen statt Sachargumenten gegen Vegetarismus und Veganismus polemisiert.

Bibel kritisch lesen ja, aber doch mit merkwürdigen Begleitumständen

Ein Gott der Liebe?

BONN. (hpd) Der Publizist Jörn Seinsch liefert in seinem Buch "Ein Gott der Liebe? Wie Theologen die Bibel verfälschen" mehrere Kapitel, die sich kritisch auf Teile und Themen des Alten und Neuen Testaments beziehen. So wichtig der Hinweis auch auf "schlimme Stellen" in den "Heiligen Schriften" ist, so gibt es zu dem Buch doch merkwürdige Begleitumstände und Deutungen.