Rezensionen

Prall: Der Dicke König

(hpd) Ralf König hat seine besseren und besten Arbeiten aus elf Jahren, einige zuvor unveröffentlichte, auf mehr als dreihundert Seiten zusammengestellt und ein begeisterter Denis Scheck schrieb dazu das Vorwort. König, der Querdenker, beweist wieder einmal, dass er verblüffend gekonnt von hinten durch die Brust ins Auge schießen kann.

Konzept eines kreativen Sozialismus

(hpd) Sahra Wagenknecht hat ein neues ökonomisches Sachbuch geschrieben. Dabei demonstriert sie nicht nur ihre Sachkompetenz, sondern legt auch ein entschiedenes Plädoyer für ein Umdenken in der Wirtschaftspolitik vor. Wer nun jedoch glaubt, Wagenknecht würde kommunistische Parolen zum Besten geben, der irrt sich gewaltig.

Matusseks katholische Rumpeleien

(hpd) Wenn ein ehemaliger Feuilleton-Chef des SPIEGELs und begeisterter Katholik – eine etwas ungewöhnliche Kombination – ein streitbares Bekenntnisbuch vorlegt, kann ihm Aufmerksamkeit gewiss sein. „…es zischt und kracht in diesem Buch Seite für Seite“, schrieb ein Rezensent übertrieben, aber große Sprachkraft muss man dem vielgereisten Journalisten in der Tat zubilligen – und Mut zum Exhibitionismus.

Kommunismuskritik von Ehemaligen

(hpd) Der Historiker Mario Keßler portraitiert in seinem Buch ehemalige Kommunisten, die mit Bewegung, Ideologie und System brachen und kritische Studien zu deren Entwicklung und Inhalten vorlegten. Der Band beeindruckt durch seinen hohen Informationsreichtum zu Leben und Werk der drei Genannten, hätte aber noch stärker analytisch und vergleichend ausgerichtet sein können.

Ein Überbleibsel der „K-Gruppen“

(hpd) Der Politikwissenschaftler Sascha Dietze legt eine Studie zur inhaltlichen Ausrichtung einer kommunistischen Kleinpartei mit maoistischer und stalinistischer Ausrichtung vor. Ihm gelingt auf Basis der Auswertung von Primärquellen eine anschauliche Darstellung zum Thema.

Heißhunger geweckt: Böse Philosophen

(hpd) Es ist in Mode, sich mit den Lorbeeren der Aufklärung zu schmücken. Die Phrase, wir lebten in einer aufgeklärten Gesellschaft, liegt vielen Menschen – besonders oft Politikern – sehr frei auf der Zunge. Es ist sogar schon soweit gekommen, dass die Kirchen meinen, „aufklärerische Werte“ zu vertreten. In „Böse Philosophen“ rückt Philipp Blom diesen Faulen Schlich ins rechte Licht.

Rückkehr des Religiösen? Nein.

(hpd) Der Religionssoziologe Detlef Pollack legt eine Sammlung von Aufsätzen vor, welche die Kritik an der Säkularisierungsthese einer empirischen Prüfung mit negativem Ergebnis unterziehen. Die jeweiligen Abhandlungen zu diesem Themenkomplex beeindrucken durch die Verkopplung von Daten empirischer Umfragen mit Reflexionen aus religionssoziologischer Perspektive.

„Angriff von Rechtsaußen."

(hpd) Der Journalist Ronny Blaschke präsentiert in seinem Buch 24 Interviews und Reportagen, die den Einfluss von Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus im Fußball veranschaulichen. Der Autor dokumentiert damit dieses Phänomen in anschaulicher Weise, Analysen und Erklärungen findet man in dem journalistisch geprägten Werk dafür weniger.

Erkundungsreise zu den Religionen Afrikas

(hpd) Kirchen und Moscheen sind allgegenwärtig in Afrika, liest man in V.S. Naipauls Buch „Afrikanisches Maskenspiel“, besonders in den Elendsvierteln rund um die Metropolen, wo sie sich ausbreiten „wie eine ansteckende Krankheit“. Auch als Prunkbauten am Reißbrett entworfener Hauptstädte, wo sich in ihnen alsbald die Spinnen einrichten. Was macht ihre Attraktion aus?