Ukraine: Zivile Todesopfer erreichen monatlichen Höchstwert der letzten Jahre

Der russische Angriffskrieg forderte im vergangenen Monat so viele zivile Todesopfer auf ukrainischer Seite wie seit Jahren nicht mehr. Die Zahlen zeugen von einer weiteren Gewalteskalation.

Kiew
Kriegsschäden in Kiew, der ukrainischen Hauptstadt

Im Juli sind mindestens 437 Zivilisten in der Ukraine getötet und 2.610 verletzt worden, so die UNO-Menschenrechtsbeobachtermission. Darunter waren auch 17 tote und 166 verletzte Kinder. Zuletzt waren im Mai 2022 so viele Menschen ums Leben gekommen. Diesen Zahlen zufolge handelt es sich um einen Anstieg von 30 Prozent im Vergleich zum Vormonat und 70 Prozent mehr als genau ein Jahr zuvor. Die tatsächliche Anzahl der Todesopfer dürfte jedoch noch deutlich höher liegen.

Als Ursache wird die Zunahme der russischen Angriffe mit Raketen, Drohnen und Gleitbomben genannt. Die meisten Zivilisten wurden weit entfernt von der Frontlinie in städtischen Ballungsräumen Opfer dieser Waffen. Mindestens 429 Angriffsraketen starteten im Juli aus Russland. Mit 54 getöteten Menschen war Kiew die meistbetroffene Stadt. Seit Monaten beklagt die Ukraine einen Mangel an defensiven Kapazitäten, wie zum Beispiel Raketen für das Abwehrsystem „Patriot“. Ohne diese könne die Bevölkerung nicht ausreichend vor zunehmendem russischem Beschuss geschützt werden.

Doch auch in Russland steigen die Verluste unter Zivilisten. Bisher wurden von russischen Behörden 79 Tote und 600 Verletzte angegeben, wobei es sich um schwer überprüfbare Zahlen handelt. Insgesamt sind seit dem Ausbruch des Krieges auf beiden Seiten zusammen mehr als 16.000 Zivilisten getötet worden.

Luca La Mendola

Der Autor hat einen Bachelor in Politikwissenschaft und Religionswissenschaft von der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Aktuell studiert er Journalismus im Master in Mainz. Nachdem er bereits im Rahmen von Praktika journalistisch für das ZDF und die FAZ tätig war, absolviert er derzeit eines beim hpd.

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