Gesellschaft

Weihnachtsgottesdienste aus Gewohnheit und Tradition

BERLIN. (hpd) Volle Kirchen zu Weihnachten, gut besuchte Christmetten – ein Zeichen der Rückkehr der Religionen, ein Erstarken des Religiösen? Keinesfalls, folgt man den Überlegungen des Religionssoziologen Detlef Pollack vom Exzellenzcluster Münster, der sagt, dass religionssoziologisch betrachtet es "Multifunktionalität (sei), die den Weihnachtsgottesdienst so attraktiv macht”. Zur Multifunktionalität gehörten die Faktoren "Kirche”, "festliche Stimmung”, "Musik”, "Predigt”, "Nachdenken über das vergangene und das kommende Jahr” sowie auch einfach nur die "Gewohnheit”.

Kein Witz: Burka als Faschingskostüm

Die Verhüllungskrise

KARLSRUHE. (hpd) Das Verfassungsgericht hat doch noch eingelenkt. Die Zustände in unserem kleinen Land waren letztlich allen über den verhüllten Kopf gewachsen. Das öffentliche Leben ähnelte Friedhofsbegegnungen; man nahm sich gegenseitig nicht zur Kenntnis – wie sollte man auch, da die visuelle Kommunikation vollständig zusammengebrochen war.

Fairer Handel - und alles wird gut?

BERLIN. (hpd) Wird es doch. Oder nicht? Fragt man drei Leute, sollte man mit mindestens fünf Meinungen darüber rechnen, was genau denn "fair” bedeutet. Die Beteiligten sollen für ihre Arbeit "anständig” bezahlt werden. Mindestens. Aber wieviel genau ist das? Sicher ist es eine ehrenwerte Sache, auf Fairness zu achten. Da das Thema nun schon eine ganze Weile läuft, kann man doch langsam Ergebnisse erwarten. Geht es dem Kakaobauern in Südamerika oder der Teepflückerin in Indien heute viel besser als vor 20 Jahren?

Ambivalenzen zwischen Projektionen und Unterwerfungen

BONN. (hpd) Der von Renate Brucker u.a. herausgegebene Sammelband "Das Mensch-Tier-Verhältnis. Eine sozialwissenschaftliche Einführung” enthält neun Beiträge zu unterschiedlichen Aspekten des Themas. Zwar handelt es sich nicht um eine wirkliche Einführung, die Beiträge machen aber auf die vielschichtige Dimension des Themas aus sozialwissenschaftlicher Perspektive aufmerksam.

Was macht ein Humanist zu Weihnachten? – Feiern!

BERLIN. (hpd) "Das muss ja ziemlich langweilig sein für einen Humanisten", so frotzelte ein christlich gläubiger Freund, als wir darüber sprachen, was jeder von uns beiden für Weihnachten plant. Ja, einige atheistische Kollegen beharren ganz explizit darauf: "Für mich ist das ein Tag wie jeder andere auch". Und wiederum andere Religionsfreie fordern gar, sich als nicht gläubiger Mensch deutlich von den christlichen Festen zu distanzieren und allerlei Brauchtum bewusst und erkenntlich zu meiden.

Ökonomisches Denken nach dem Crash

BERLIN. (hpd) John Komlos, emeritierter Wirtschaftshistoriker und Ökonom, zeigt mit seiner "Einführung in eine realitätsbasierte Volkswirtschaftslehre" die Diskrepanz zwischen Realwirtschaft und dem in Hörsälen gelehrten volkswirtschaftlichen Standardmodell auf, dessen "meiste Lehrbücher nicht wirklich geeignet sind, um die Grundlagen des real existierenden Kapitalismus in der globalisierten Welt des 21. Jahrhunderts zu verstehen."

Anarchistische Staatsverständnisse – ein Sammelband

BONN. (hpd) Der Politikwissenschaftler Peter Seyferth hat mit "Den Staat zerschlagen! Anarchistische Staatsverständnisse" einen Sammelband veröffentlicht, welcher Beiträge zum Thema meist bezogen auf Theoretiker von Bakunin über Kropotkin bis Landauer enthält. Die einzelnen Aufsätze zeichnen sich durch hohe Sachkenntnis mit einer aber meist apologetischen Dimension aus. Dabei sind sie insgesamt Bestandteil eines doch sehr fragmentarischen Projektes.

Paris und die ganz normale Angst

PARIS. (hpd) Fast ein Jahr hat hpd-Gesellschaftskolumnist Carsten Pilger in Paris gelebt, die Stadt der Liebe dabei lieben und hassen gelernt. Eher zufällig kehrte er für ein Wochenende an diesen Ort zurück, einen Monat nach den Anschlägen auf das Bataclan, das Stade de France und mehrere Bars. Ein Spaziergang zwischen Klimagipfel, Hysterie und dem Kaffee auf der Terrasse.

Die Folgen sozialer Ungleichheit

BONN. (hpd) Der bekannte Ökonom Joseph Stiglitz, 2001 erhielt er den Nobelpreis für Wirtschaft, legt in seinem Buch "Reich und Arm. Die wachsende Ungleichheit in unserer Gesellschaft" eine Sammlung von früheren Artikeln zu den sozialen und wirtschaftlichen Folgen sozialer Ungleichheit vor. Den Kennern seiner Bücher liefert er keine neuen Informationen, einzelne Texte können aber gut als Einführung zu den Folgen von gesellschaftlichen Demokratieverlusten und sozialer Ungleichheit gelesen werden.

Prozent

Zins - eine kleine Notiz zu einem großen Thema

BERLIN. (hpd) Wenn man Bohnen in die Erde gibt, werden Bohnen wachsen. Sät man Weizen, wird er wieder Weizen bringen. Mit Apfelbäumen, Schafen und Ziegen ist es ganz ähnlich. In einer alten Verfilmung erklärt Robinson seinem Gefährten Freitag die Bedeutung des Geldes. Daraufhin sät dieser dicke Goldmünzen wie Möhren oder Radieschen. Die Saat ging aber nicht auf - was für eine Überraschung.