Muslimischer Wohlfahrtsverband noch in diesem Jahr?

Was die evangelische und katholische Kirche können, will nun auch Ditib: einen Wohlfahrtsverband, der vom Staat finanziert religiös missioniert. 

Caritas und Diakonie machen es vor: Sie betreiben Kitas, Jugendheime, Krankenhäuser, schulische Nachmittagsbetreuung, Pflegeheime und Hospize und noch einiges mehr an sozialen Einrichtungen. Damit läßt es sich gut schmücken und nach Außen zeigen: "Wir Kirchen tun so viel Gutes." Allerdings werden die Einrichtungen zum überwiegenden Teil (bis zu 100 Prozent) vom Staat finanziert.

Von diesem Kuchen wird nun auch der "deutsch-türkische Muslimdachverband Ditib" ein Stück abbekommen. "Die Ditib möchte der wachsenden Zahl muslimischer Mitbürger nun eine an islamischen Werten orientierte Kindererziehung anbieten und dazu verstärkt Kitas betreiben. Sie möchte einen Apparat an Sozialarbeitern für eine muslimische Jugendarbeit aufbauen, die Seelsorge in Krankenhäusern professionalisieren sowie Alten- und Pflegeheime errichten, in denen Muslime in vertrauter Umgebung ihre letzte Lebensphase verbringen."

Die WELT vertritt die Auffassung, dass die Argumente für mehr islamische Wohlfahrt erdrückend sind. Doch das ist falsch. Richtig wäre, dass der Staat seine ureigenen sozialen Aufgaben selbst wahrnimmt. Und weder den christlichen Kirchen noch islamischen Verbänden erlaubt, neben der (sehr häufig sehr guten) Sozialarbeit zu missionieren. Die Gefahr z.B., dass das kirchliche Arbeitsrecht auch auf die Mitarbeiter eines muslimischen Wohlfahrtsverbandes ausgedeht wird, sollte von vornherein ausgeschlossen werden.

Quelle

Kommentare (2)

Hans Trutnau (nicht überprüft)

Di. 25 Nov 2014 - 05:54

Vor dem Hintergrund der realexistenten RKK- und EKD-Welt in D ist die WELT-Auffassung, "dass die Argumente für mehr islamische Wohlfahrt erdrückend sind", in der Tat begründet. Nur, dass bereits RKK und EKD dabei auf tönernen Füßen stehen, wird von allen befürwortenden Seiten immer wieder gerne ignoriert. Gerade deshalb scheint zu befürchten, dass dieses Ansinnen seitens unserer Regierungsstellen Beifall bekommt. Das ist zwar erbärmlich, erscheint aber realistisch.

Thomas Meder (nicht überprüft)

Di. 25 Nov 2014 - 09:55

Antwort auf von Hans Trutnau (nicht überprüft)

Ja, das ist zu befürchten. Da gab es ja schon mehrere Meldungen hier und an anderer Stelle: Frömmelei und zur Schau gestellte Konfessionszugehörigkeit ist unter unseren Parlamentariern ebenso stark verbreitet wie vorauseilender Gehorsamkeit, sobald jemand etwas von Religion sagen könnte.
Das ist eine Schande und führt dazu, dass man auf dem flachen Land keine konfessionslosen Kindergärten oder Anbieter sozialer Dienstleistungen mehr findet.

Unterstützen Sie uns auf Steady!

Mehr lesen über:

Verwandte Artikel