Armin Pfahl-Traughber

Prof. Dr. Armin Pfahl-Traughber, Jg. 1963, ist hauptamtlich Lehrender an der Fachhochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung mit den Schwerpunkten "Politischer Extremismus" und "Politische Ideengeschichte". Außerdem gibt er seit 2008 ebendort das "Jahrbuch für Extremismus- und Terrorismusforschung" heraus.

Artikel des Autoren

Köln am 26. Oktober 2014

Begriffsdefinitionen

Rechtsextremismus, Rechtsradikalismus, Rechtspopulismus

BONN. (hpd) Bei der Diskussion über die AfD und Pegida, den Front National und die NPD geht es mit den Begriffen häufig durcheinander. Sind die gemeinten politischen Akteure rechtsextremistisch, rechtsradikal oder rechtspopulistisch? Was ist damit eigentlich gemeint? Für den hpd erklärt Pfahl-Traughber die erwähnten Begriffe aus Sicht der politikwissenschaftlichen Extremismusforschung.

Die Bedeutung von Naschids zur Radikalisierung

Musik im Jihadismus

BONN. (hpd) Der Islamwissenschaftler Behnam T. Said liegt mit "Hymnen des Jihads. Naschids im Kontext jihadistischer Mobilisierung" eine erste deutschsprachige Forschungsarbeit zur Rolle von Musik im Jihadismus vor. Die Studie liefert eine Fülle von beachtenswerten Informationen und nimmt auch eine differenzierte Einschätzung bezüglich der Wirkung bei der Radikalisierung vor.

Konrad Adam, Frauke Petry und Bernd Lucke (v.l.n.r.) beim Gründungsparteitag der AfD 2013 in Berlin

Über fehlenden Anstand und problematische Positionen in der Partei

Die AfD – keine Alternative für Deutschland

BONN. (hpd) Demokraten sollten eigentlich nicht von der "Alternativlosigkeit von Politik” sprechen, denn es gibt zu jeder politischen Entscheidung auch andere Optionen. Diese müssen nicht immer eine realistische und unproblematische Ausrichtung aufweisen, gleichwohl gehören sie in eine offene und pluralistische Gesellschaft.

Martin Balluchs Plädoyer für Tierrechte

Der "kategorische Imperativ" mit Tieren

BONN. (hpd) Der österreichische Tierrechtler Martin Balluch legt mit "Der Hund und sein Philosoph” ein, so lautet der Untertitel, "Plädoyer für Autonomie und Tierrechte” auf Basis von persönlichen Erfahrungen, wissenschaftlichen Forschungsergebnissen und philosophischen Reflexionen vor. Der Autor plädiert dabei für eine Erweiterung des Kantschen "kategorischen Imperativs”, womit auch Tiere als Zweck gelten würde, schießt aber mit manchen Forderungen wie denen nach "Staatsbürgerrechen” für Tiere in einer "Multi-Spezies-Gesellschaft” über das Ziel hinaus.

Menschenmassen

Thesen zur Definition und Typologie in politikwissenschaftlicher Perspektive

Populismus – politisches Schlagwort oder wissenschaftlicher Terminus?

BONN. (hpd) Nicht nur in Deutschland mit der "Alternative für Deutschland” (AfD), sondern auch in vielen anderen europäischen Ländern erhalten populistische Parteien bei Wahlen enormen Zulauf. Doch was ist überhaupt mit dem Begriff "Populismus” gemeint? Handelt es sich um ein politisches Schlagwort oder einen wissenschaftlichen Terminus? Dazu äußern sich die folgenden zehn Thesen, die der Extremismusforscher und Politikwissenschaftler Armin Pfahl-Traughber verfasst hat.

Rezension

Massentierhaltung und Umweltprobleme

BONN. (hpd) Der Ernährungswissenschaftler Martin Schlatzer macht in seinem Buch "Tierproduktion und Klimawandel. Ein wissenschaftlicher Diskurs zum Einfluss der Ernährung auf Umwelt und Klima” auf den Einfluss der industrialisierten Massentierhaltung auf die Klimaentwicklung anhand von einschlägigen Forschungsergebnissen aufmerksam. Und der Tierarzt Johann Altmann und die Sachbuchautorin Jutta Altmann-Brewe liefern anhand von Erklärungen von Behörden und Wissenschaftlern in ihrer "Dokumentation Massentierhaltung. Schäden für Umwelt, Mensch und Tier” ebenfalls Belege dafür.

Ein kritischer Blick auf die "effiziente Landwirtschaft"

Die Wegwerfkuh

BONN. Die Journalistin Tanja Busse legt mit "Die Wegwerfkuh. Wie unsere Landwirtschaft Tiere verheizt, Bauern ruiniert, Ressourcen verschwendet und was wir dagegen tun können” eine Art "Reportage-Buch” mit kritischen Ausführungen zur Ernährungswirtschaft vor. Es berichtet von Begegnungen und Eindrücken in Kombination mit allgemeinen Beschreibungen und Sachaussagen, wobei es die Autorin irgendwie den Bauern wie den Veganern recht machen will, was nicht richtig gelingen kann.

Bernie Sanders

Der US-Präsidentschaftskandidat Bernie Sanders und seine ungewöhnlichen Positionen

Amerika skandinavischer machen

BONN. (hpd) Am Ende eines Jahres entscheiden sich auch die Leser und nicht nur die Redaktion des US-amerikanischen Nachrichtenmagazins "Time" für eine "Person of the Year”: 2015 kam der 74jährige Senator von Vermont Bernie Sanders auf Platz 1. Er bewirbt sich darum, für die Demokraten als Kandidat für die US-Präsidentschaftswahl 2016 nominiert zu werden.

Warum das Christentum moralisch orientierungslos ist

Über die Beliebigkeit christlicher Moralvorstellungen

BONN. (hpd) Der Philosoph Andreas Edmüller führt in seinem Buch "Die Legende von der christlichen Moral. Warum das Christentum moralisch orientierungslos ist” die ambivalenten Deutungsmöglichkeit dieser Religion auf das Fehlen von Berechenbarkeit und Stimmigkeit in deren Moralsystem zurück. Der Autor entwickelt diese Argumentation systematisch, wobei er sich aber stark am Alten Testament und der Geschichte orientiert, kann gleichwohl für seine Grundpositionen überzeugende Belege vorbringen.