Armin Pfahl-Traughber

Prof. Dr. Armin Pfahl-Traughber, Jg. 1963, ist hauptamtlich Lehrender an der Fachhochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung mit den Schwerpunkten "Politischer Extremismus" und "Politische Ideengeschichte". Außerdem gibt er seit 2008 ebendort das "Jahrbuch für Extremismus- und Terrorismusforschung" heraus.

Artikel des Autoren

Bei einer Demo der "English Defence League" in London (09.09.2013)

AfD, Pegida und die Neue Rechte

Die neue "rechte Welle"

BONN. (hpd) Der Extremismus-Experte und hpd-Autor Armin Pfahl-Traughber sprach am vergangenen Wochenende in Frankfurt/M. über die neue "rechte Welle". Er gab eine Einschätzungen zu Extremismusgrad, Gefahrenpotential und den Ursachen dieser Entwicklung. Er resümiert, dass der Aufstieg der "rechten Welle" durch eine Kombination von Politikversagen und Rahmenbedingungen erklärbar ist.

Rezension

Peter Singers Deutung des effektiven Altruismus

BONN. (hpd) Der Philosoph Peter Singer erläutert in seinem Buch "Effektiver Altruismus. Eine Anleitung zum ethischen Leben" die Grundlagen und Praktiken zum "Gutes tun". Dabei arbeitet der Autor mehr mit Fallbeispielen weniger mit philosophischen Reflexionen – kann aber auch das Problem der Vergleichbarkeit nicht lösen.

Jan Werner Müller nennt Populismus in seinem Essay "antielitär und antipluralistisch"

Was ist Populismus?

BONN. (hpd) Der Politikwissenschaftler Jan Werner Müller will in seinem Buch "Was ist Populismus?" die selbstgestellte Frage mit dem Hinweis auf die Kombination von einem antielitären und einem antipluralistischen Politikverständnis beantworten. Damit bereichert er die Debatte um ein immer noch nicht geklärtes Verständnis, ist aber entsprechend des Untertitels "Ein Essay" dabei mitunter etwas fragmentarisch und unsystematisch unterwegs.

Streitgespräch von Hamed Abdel-Samad und Mouhanad Khorchide

Wie hältst Du es mit dem Islam?

BONN. (hpd) Soll man den Islam ablehnen oder reformieren? Über diese Frage führten der Politikwissenschaftler Hamed Abdel-Samad und der Theologe Mouhanad Khorchide ein Streitgespräch mit unterschiedlichen Themenschwerpunkten. Dieses macht die Differenzen deutlich und fordert zur Selbstpositionierung auf. Dabei kann man aber eine inhaltliche und eine strategische Ebene unterscheiden.

Kritik des theistischen Weltbildes aus naturwissenschaftlicher, philosophischer und theologischer Sicht

BONN. (hpd) Der promovierte Philosoph Peter Kamleiter nimmt in seinem Buch "Der entzauberte Glaube" entsprechend des Untertitels "Eine Kritik am theistischen Weltbild aus naturwissenschaftlicher, philosophischer und theologischer Sicht" vor. Auch wenn die einzelnen Aussagen nicht neu sind, ist die Publikation angesichts der Kombination der Perspektiven von Interesse, hätte aber auch inhaltlich entsprechend der beschworenen Absicht auf die Kritikperspektive stärker zugeschnitten sein können.

William MacAskill und der Effektive Altruismus

Wie man Gutes noch besser wollen kann

BONN. (hpd) Der Philosoph William MacAskill erläutert in seinem Buch "Gutes besser tun. Wie wir mit effektivem Altruismus die Welt verändern können" eine Denkweise, die aus guten Absichten mehr gute Ergebnisse folgen lassen will. Auch an vielen praktischen Beispielen macht der Autor sein aufkläerisches Anliegen deutlich, wobei er aber auf der Ebene individuellen Agierens stehen bleibt, ohne die gesellschaftliche Dimension stärker zu berücksichtigen.

Rezension

Martin Luthers judenfeindliche Hetzschrift in Neuedition

BONN. (hpd) Karl-Heinz Büchner u.a. haben Martin Luthers judenfeindliche Hetzschrift "Von den Juden und Ihren Lügen" neu herausgegeben und in heutiges Deutsch übertragen, wobei deutlich wird: Der Reformator forderte – mit Ausnahme der systematischen Ermordung – das Gleiche wie die späteren Nationalsozialisten. Bedauerlich ist, dass die Herausgeber es bei einem kurzen Vorwort belassen und kaum etwas zur Rezeptionsgeschichte schreiben.

Rezension

"Ausverkauf der amerikanischen Demokratie" – eine Warnung

BONN. (hpd) Der Publizist Josef Braml macht in seinem Buch "Auf Kosten der Freiheit. Der Ausverkauf der amerikanischen Demokratie und die Folgen für Europa" insbesondere auf den Einfluss der Wirtschaft auf die Politik in den USA aufmerksam. Informativ und sachlich entsteht dabei ein anschauliches Bild von den Erosionsprozesses, die auf eine Ersetzung der Demokratie durch Klientelpolitik hinauslaufen könnten.

Etwas schlicht, aber nicht unzutreffend

Kapitalismuskritik von Sahra Wagenknecht

BONN. (hpd) Die "Linken"-Politikerin Sahra Wagenknecht legt mit "Reichtum ohne Gier. Wie wir uns vor dem Kapitalismus retten" eine Kritik an der ökonomischen Entwicklung vor und plädiert darin für eine Wirtschaftsordnung fern von leistungslosem Einkommen. Einerseits macht die Autorin darin zutreffend deutlich, dass der Kapitalismus keineswegs mehr der Marktwirtschaft entspricht, andererseits zeigt sich aber auch, dass hier allzu oberflächlich und populärwissenschaftlich ohne klare Alternativen argumentiert wird.

Eine knappe Gesamtdarstellung in unterkühlter Form

"Die Flüchtlingskrise"

BONN. (hpd) Der Bremer Politikwissenschaftler Stefan Luft liefert in seinem Band "Die Flüchtlingskrise. Ursachen, Konflikte, Folgen" eine knappe Gesamtdarstellung zum Thema auf unter 130 Seiten. Angesichts der Aufgeregtheit der Debatte zum Thema fällt der sachliche und unterkühlte Ton positiv auf.