Ethik

MIZ 4/25 erschienen

Wissenschaft ohne Ethik

Mit dem Versagen von Wissenschaft beschäftigt sich der Schwerpunkt der soeben erschienenen MIZ 4/25. Anhand von Beispielen wird veranschaulicht, was schiefgehen kann, wenn Wissenschaft ohne ethischen Rahmen betrieben wird oder die systemimmanenten Kontrollmechanismen nicht funktionieren. Außerdem wird eine groß angelegte Studie über europäischen Atheismus vorgestellt.

Essay

Wider die amtskirchlich verordnete Moral

Wer darf über Leid, Würde und das Ende eines Lebens entscheiden? Volker Brokop hinterfragt den moralischen Deutungsanspruch der Amtskirchen und zeigt, warum religiöse Gewissheiten in existenziellen Grenzsituationen versagen. Er plädiert für eine säkulare Ethik, die Selbstbestimmung und menschliche Autonomie über dogmatische Moral stellt.

Rezension

Ein Grundlagenwerk mit moralischem Zeigefinger

Prof. Dagmar Fenner, Titularprofessorin für Philosophie an der Universität Basel und Lehrbeauftragte für Ethik an der Universität Tübingen, hat mit "Digitale Ethik" einen neuen Band in der utb-Reihe vorgelegt. Das Buch bietet eine umfassende, informative und leicht zugängliche Quelle für Fragestellungen im Kontext der digitalen Medien und der Künstlichen Intelligenz. Wer dieses Werk aufmerksam liest, darf sich als sehr gut informiert betrachten. Gründe für Kritik gibt es dennoch reichlich.

Das Bundesverfassungsgericht, die Triage – und die Würde des Menschen

Wenn der Gesetzgeber das Unfassbare regeln will

Das Bundesverfassungsgericht hat die umstrittene Triage-Regelung im Infektionsschutzgesetz verworfen. Viele Medien erklärten das Urteil mit der schlichten Formel: "Der Bund ist nicht zuständig." Doch das greift viel zu kurz.

Wenn Menschen Aufgaben an KI delegieren, verhalten sie sich häufig unmoralischer

Künstliche Intelligenz fördert Unehrlichkeit

Verhaltenswissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass Menschen eher unehrlich handeln, wenn sie sich von den Konsequenzen distanzieren können. Es ist einfacher, Regeln zu beugen oder zu brechen, wenn niemand zusieht – oder wenn jemand anderes die Handlung ausführt. Eine neue Studie eines internationalen Forschungsteams des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung der Universität Duisburg-Essen und der Toulouse School of Economics zeigt, dass diese moralischen Hemmschwellen noch weiter schwinden, wenn Menschen Aufgaben an KI delegieren.

Warum Menschen auch ohne Religion gut sein können

Anfang der Woche erschien im Hamburger Abendblatt ein Meinungsbeitrag unter dem Titel "Warum Religion unverzichtbar ist". Darin beschwört der Autor, der sich nach eigenen Angaben ehrenamtlich im interreligiösen Dialog engagiert, etwa bei der Kampagne "Muslime für Frieden", die vermeintlich positiven Effekte religiöser Indoktrination. Eine Gegenrede.

Franz Josef Wetz

Ein Interview mit Franz Josef Wetz über das Unverzichtbare in unversöhnlichen Zeiten

"Dieser undurchschaubare Wirrwarr darf durchaus gutgeheißen werden"

Menschen sind nur als soziale Wesen denkbar und gleichzeitig brauchen alle auch Raum für sich allein. In seinem neuen Buch "WerteWirrWarr" befasst sich der Philosoph Franz Josef Wetz mit dieser "Doppelnatur" und erörtert, was politisch daraus folgt. Er stellt Fragen nach der Begründung von Solidarität, Ethik und Kultur; der hpd hat ihm dazu einige Fragen gestellt.

Religionswissenschaftler Thorben Kösters im Humanistischen Campus online

Konfessionsfreie in Rundfunk- und Ethikgremien

Übermorgen Abend ist der Religionswissenschaftler Dr. Thorben Kösters zu Gast im Live-online-Format "Humanistischer Campus". In seinem Livestream-Vortrag diskutiert er, warum Konfessionsfreie in Rundfunk- und Ethikgremien unterrepräsentiert – beziehungsweise oft überhaupt nicht repräsentiert sind.