Internationales

Recht auf ein selbstbestimmtes Lebensende in Frankreich

Eine Gruppe von 31 in Frankreich lebenden Personen klagt vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR)

Eine Gruppe von 31 Personen reichte am 28. April 2023 beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) eine Reihe von Beschwerden gegen Frankreich ein. Dieses von DIGNITAS koordinierte, noch nie dagewesene Verfahren dient dazu, das Recht auf Wahlfreiheit über das eigene Lebensende durchzusetzen und den Weg zur Sterbehilfe (Assistierter Suizid und/oder direkte aktive Sterbehilfe) in Frankreich zu ebnen.

Freidenker ehren letzte Person, die in Frankreich wegen Blasphemie hingerichtet wurde

Die Nachricht des Todesurteils gegen den Chevalier de la Barre wegen Blasphemie verbreitete sich 1766 in ganz Europa. Voltaire setzte sich vehement für seine Freilassung ein, doch auch er konnte die Hinrichtung nicht verhindern. Immerhin sollte de la Barre der letzte Mensch in Frankreich bleiben, der aufgrund einer Blasphemie-Anklage hingerichtet wurde. Die französische Freidenker-Vereinigung ehrt ihn mit einer Statue vor der Basilika Sacré-Cœur in Paris.

Aktueller Report von Amnesty International zur Todesstrafe

Eine Bilanz des Grauens

Der aktuelle Report von Amnesty International zur weltweiten Anwendung der Todesstrafe der weltweiten Hinrichtungen dokumentiert für 2022 mindestens 883 Hinrichtungen in 20 Ländern – die höchste Anzahl von gerichtlichen Hinrichtungen seit 2017.

Iran

Todesstrafe wegen Blasphemie

Im Iran sind zwei Männer wegen Blasphemie hingerichtet worden. Die Verbrechen von Sadrollah Faseli Sarei und Jussuf Mehrdad: "Beleidigung des Propheten Mohammed und andere Blasphemien einschließlich der Verbrennung des Koran". Beide wurden am 8. Mai in einem Gefängnis in der Stadt Arak erhängt, wie das iranische Justizportal "Mizan" meldet. Im März 2021 habe einer der Angeklagten gestanden, entsprechende Inhalte in den sozialen Medien verbreitet zu haben, hieß es dort weiter.

Undemokratischer Wahlkampf in der Türkei

Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) und der Bund der Alevitischen Jugendlichen in Deutschland (BDAJ) bemängeln, dass die kommenden Wahlen in der Türkei nicht fair ablaufen werden. Denn seit Jahren arbeiten Präsident Recep Tayyip Erdoğan und seine Partei AKP an der Aushöhlung demokratischer Strukturen im Land.

Endzeitsekte in Kenia

Organhandel im Namen Jesu

Es ging um Organhandel – in Kenia hatten Ermittler auf dem Grundstück des Sektenführers Paul Mackenzie über 100 Leichen gefunden. Zunächst hieß es, sie hätten sich zu Tode gehungert, um Jesus zu begegnen. Nach den ersten Autopsien ist klar: vielen Opfern wurden Organe entnommen. Auf dem Privatgrundstück des Predigers der "Good News International Church" findet die Polizei seit April immer mehr Leichen. Mackenzie sitzt inzwischen wegen Terrorismus in Haft.

Wer auf Gott schwört, ist vor Gericht glaubwürdiger

In Ländern wie Großbritannien, Australien, Irland und den USA können Angeklagte und Zeugen vor Gericht wählen, ob sie ihre Aussage durch einen Eid mit Gottesbezug oder durch eine säkulare Formel bekräftigen. Obwohl juristisch beide Versionen gleichwertig sind, schätzen Geschworene Aussagen unter der religiösen Eidesformel als glaubwürdiger ein, wie eine aktuelle britische Studie belegt.

Grafitti in Krakau

Notizen aus Polen

Weiße Rosen

Die Regierungspartei PiS unter Führung von Jarosław Kaczyński testet seit Beginn ihrer Herrschaft (und jetzt vor den Parlamentswahlen im Herbst mit noch größerer Intensität), welche Themen ihre Wähler am meisten ansprechen werden. Alle getesteten Themen sind darauf angelegt, die Gesellschaft zu spalten, auf den "Fremden" hinzuweisen, der Polen bedroht.