Mauretanien

Todesstrafe für "Apostasie"

Erneut hat ein Gericht eines islamischen Staates einen "Ungläubigen" zum Tod verurteilt. Wie mehrere Nachrichtenagenturen übereinstimmend berichteten, soll ein junger Mann sterben, weil er sich abfällig über den islamischen Propheten geäußert haben soll. Die Urteilsverkündung löste Jubel in der mauretanischen Bevölkerung aus.

Der 29-jährige Cheikh Ould Mkhaitir war im Januar 2014 inhaftiert und angeklagt worden, nachdem er sich in einem im Internet veröffentlichten Artikel zweifelnd über den sogenannten Propheten Mohammed geäußert hatte. Nach der Veröffentlichung des Artikels verbreitete dieser sich schnell über zahlreiche mauretanische Webseiten. Wütende Straßenproteste von Gläubigen wandten sich umgehend gegen die Veröffentlichung, in der Mohamed Cheikh Ould Mkhaitir einige Entscheidungen des vor mehr als 1.300 Jahren gestorbenen islamischen Religionsstifters und dessen Gefolgsleuten sowie die stark hierarchisch gegliederte mauretanische Gesellschaft diskutiert hatte.

Quelle

Kommentare (7)

Romana Blechschmidt (nicht überprüft)

Do. 8 Jan 2015 - 11:15

Leider kommt für die mutigen Journalisten von Charlie Hébdo jede Hilfe zu spät. Aber vielleicht kann man diesem mutigen jungen Mann noch helfen? Leider habe ich keinen Link zu einer Petition o.Ä. gefunden.

Bernd Kammermeier (nicht überprüft)

Do. 8 Jan 2015 - 11:17

Hat das auch nichts mit Religion zu tun? Oder gar mit dem Islam, der "Religion des Friedens"?

Petra Posch (nicht überprüft)

Do. 8 Jan 2015 - 11:35

Antwort auf von Bernd Kammermeier (nicht überprüft)

Sehr geehrter Herr Kammermeier, können Sie sich diese Frage nicht selbst beantworten? Selbstverständlich hat das was mit dem Islam zu tun (welchen Grund sonst gäbe es für die diesseits und den hpd, darüber zu berichten?) Doch daraus darf man nicht den Schluss ziehen, das JEDER Muslim so denkt. Im Gegenteil bin ich überzeugt, dass auch der zum Tode Verurteilte Moslem ist.

Romana Blechschmidt (nicht überprüft)

Do. 8 Jan 2015 - 12:05

Antwort auf von Petra Posch (nicht überprüft)

Frau Posch, natürlich denkt nicht jeder Moslem so, da bin ich ganz bei Ihnen. Wenn ich im verlinkten Originalartikel jedoch lese "Die Urteilsverkündung löste Jubel in der mauretanischen Bevölkerung aus.", komme ich leider immer mehr zu der Überzeugung, dass die überwiegende Mehrheit der Anhänger des Islams nicht so friedlich ist, wie man uns ständig versichert. Auf http://iheu.org/iheu-condemns-death-sentence-for-apostasy-handed-to-writer-in-mauritania/ lese ich: "There were numerous calls, including by imams, scholars and professors, for M’Kheitir’s execution." Von zahlreichen Anrufen zu Gunsten des jungen Mannes von Imamen, Gelehrten und Professoren steht da nichts. Mich macht das sehr, sehr nachdenklich...

dradmin

Do. 8 Jan 2015 - 12:45

Antwort auf von Petra Posch (nicht überprüft)

„auf lauten Beifall seitens der vor dem Gericht wartenden Beobachter, das Bekanntwerden des Strafmaßes feierten muslimische Gläubige in Nouadhibou mit Autokorsos.“

Man kann davon ausgehen, das die überwältigende Mehrheit der Muslime in Mauretanien dieses Todesurteil begrüßen. Und da liegt das Problem mit dem Islam. Terroristen, die mit Waffengewalt dem Islam weltweit Geltung verschaffen wollen, sind sicher nur eine Minderheit. Dagegen stimmt die Mehrheit der Muslime den Zielen der Terroristen zu. Zumindest in Staaten wie Mauritanien und Pakistan. Gab es übrigens schon ein Statement von Herrn Erdogan zu den Anschlägen in Paris? Wäre sehr aufschlußreich.

Bernd Kammermeier (nicht überprüft)

Do. 8 Jan 2015 - 13:01

Antwort auf von Petra Posch (nicht überprüft)

Liebe Frau Posch. Ich gehe mal davon aus, dass ein Apostat des Islams ein Moslem ist. Was soll das für ein dummes Argument sein? Auch das oft gehörte: "Die meisten Opfer des IS sind Muslime!" ist eine Worthülse, weil man in den Ländern des Nahen Ostens und der arabischen Halbinsel in der Regel Muslime antrifft. Kopten, Christen, Juden, Jesiden etc. sind doch in der Minderheit. Aber selbst Muslime sind nicht Muslime, wie Sie sicher wissen. Monotheismen zeichnen sich dadurch aus, dass es stets eng wird, wenn sich viele Menschen einen Gott teilen müssen. Der Polytheismus führte zu Krieg unter den Göttern, aber zum weitgehenden Religionsfrieden auf Erden. Der Monotheismus führte zum Frieden im Himmel, aber zum Religionskrieg unter den Menschen. Man muss sich das wie bei einer Großfamilie vorstellen: Sie hat nur einen Fernseher; deswegen entsteht Streit unter den Angehörigen, welches Programm laufen soll.

David Boehme (nicht überprüft)

Do. 8 Jan 2015 - 13:40

Antwort auf von Bernd Kammermeier (nicht überprüft)

@ athmatrix am 8. Januar 2015 - 12:45
"Man kann davon ausgehen, das die überwältigende Mehrheit der Muslime in Mauretanien dieses Todesurteil begrüßen. Und da liegt das Problem mit dem Islam. Terroristen, die mit Waffengewalt dem Islam weltweit Geltung verschaffen wollen, sind sicher nur eine Minderheit. Dagegen stimmt die Mehrheit der Muslime den Zielen der Terroristen zu."

Dem stimme ich zu. Vor allem eine Differenzierung ist wichtig: zwischen Minderheit 1 (Terroristen), einer Mehrheit (wohlwollende Neutralität) und Minderheit 2 (schweigende Minderheit gegen Gewalt gegen Ungläubige).
Beachtet man zudem noch scharia-rechtliche Bestimmungen in islamischen Ländern, so wäre vor Ort kein Terrorist nötig, um Mohammed-Karikaturisten ihrer Strafe zu überführen: Das geschähe vor einem Gericht bzw. dem Scharfrichter. Und das alles hat - auch wenn ich persönlich wünschte, dass es sich anders verhielte - etwas mit dem Islam, mit seinen Quellen und Grundlagen und deren Auslegungstradition zu tun.

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