Soziales

Lebenswelt als Marktgesellschaft

(hpd) Der in Harvard lehrende Philosoph Michael J. Sandel kritisiert das Eindringen des Marktdenkens in die soziale Lebenswelt. Die dazu geschilderten Beispiele geben einen bedrohlichen Eindruck von den gesellschaftlichen Folgen; gleichwohl hätte man sich dazu auch etwas mehr analytischen Tiefgang gewünscht.

Belgische Sterbehilfedebatte erneuert

BRÜSSEL. (hpd) Vorige Woche erschien in der belgischen Presse die Mitteilung, dass Mitte Dezember 2012 zum ersten Mal auf der Welt eineiige Zwillinge (45) das Recht auf Sterbehilfe nutzten, um gemeinsam zu sterben. Beide Männer aus der belgischen Gemeinde Putte waren taub geboren und verbrachten ihr ganzes Leben zusammen.

Diakonie blieb diesmal außen vor

WEIMAR. (hpd/fgw) Im Landkreis Weimarer Land ist heuer Ungeheuerliches geschehen. Die Trägerschaft für die Erziehungsberatungsstelle war neu zu vergeben. Und die Diakonie kam hier nicht zum Zuge. Das lässt aufmerken, zumal die CDU im Kreistag die stärkste Fraktion stellt und einer der bekanntesten Parteichristen des Landes Vorsitzender des zuständigen Sozialausschusses ist.

Die Kirchen als Arbeitgeber

(hpd) Eva Müller berichtet in ihrem Buch vom Schicksal der Leiterin eines katholischen Kindergartens, die nach der Trennung von ihrem Mann und dem Beginn einer neuen Liebesbeziehung entlassen wird. Der skandalöse Fall macht exemplarisch deutlich, wie sehr der zweitgrößte Arbeitgeber in Deutschland inhaltliche Beurteilungen des Privatlebens von Mitarbeitern zur Umsetzung von Kündigungen nutzen kann.

Ossip-K.-Flechtheim-Preis 2013 ausgeschrieben

BERLIN. (hpd/hvd-bb) Der Humanistische Verband Berlin-Brandenburg e.V. und die Humanismus Stiftung Berlin vergeben 2013 zum sechsten Mal einen Preis, der der Förderung von Aufklärung, Toleranz und Selbstbestimmung sowie der Einhaltung der Menschenrechte in der Gesellschaft dienen soll. Er ist mit 3.000 Euro dotiert und wird alle zwei Jahre vergeben.

Wende bei Misshandlungsfällen im Stift Admont

WIEN. (hpd/ikp) Zwei Opfer von rituellen Misshandlungen im Stift Admont wurden nach anfänglichem Widerstand der Klasnic-Kommission jetzt mit dem Maximalsatz von Kirchen-Kommission entschädigt. Der zuständige Diözesanbischof Kapellari gerät weiter unter Druck. Einer der Täter ist immer noch im Dienst.

Referat über Sterbehilfe vor Schülern

MÜNCHEN. (hpd/hls) Reinhold Felscher hat eine Erfahrung besonderer Art gemacht. Vor 16- bis 17jährigen Schülern der 10. Klasse eines Münchener Gymnasiums hielt er zwei Referate über Sterbehilfe. Ein Thema, von dem man meinen könnte, dass es für Jugendliche sehr weit entfernt sei.

Schiefe Wahrnehmungen von einer Rundreise

(hpd) Der US-amerikanische Journalist Tuvia Tenenbom berichtet von einer Rundreise durch die Bundesrepublik, wo er bei all seinen Gesprächspartnern einen „eingefleischten Antisemitismus“ ausgemacht haben will. Statt dem im Klappentext des Verlages angekündigten erhellenden und provokativen Buch hat man es aber eher mit einem langweiligen und stereotypen Werk zu tun.

Antisemitismus in Polen nach Auschwitz

(hpd) Der polnische Historiker Jan T. Gross beschreibt und hinterfragt die judenfeindlichen Ausschreitungen, welchen mehr als 1.500 Menschen zum Opfer fielen. Der Autor dokumentiert das Ausmaß der Diskriminierungs- und Gewalthandlungen anhand von zahlreichen historischen Quellen und formuliert eine beachtens- und diskussionswürdige These zur Erklärung.

„Na gut, ist ja für die armen Kinder in Afrika“

WIEN. (hpd) “Hauptsache sie ist glücklich!” postete unlängst ein konfessionsfreier Vater, dessen Tochter derzeit mit den Sternsingern hausieren geht. „Na gut, ist ja für die armen Kinder in Afrika. Aber trotzdem…“ versuchte er doch noch, kleinlaut, seinen Unmut kundzutun. Das war’s aber auch. Ein kleiner, unscheinbarer FB-Eintrag, harmlos ist er aber keineswegs.