Jakob Purkarthofer

Artikel des Autoren

Plakatausschnitt zum Film

Dokumentarfilm "Abandoned" zeigt Frauen in Europa, denen ein medizinisch notwendiger Abbruch verweigert wurde

Wenn religiöses Gewissen tötet

Es gibt ÄrztInnen, die lieber den Tod schwangerer Frauen in Kauf nehmen, als eine Abtreibung durchzuführen. So geschehen bei der Italienerin Valentina, die in der 19. Schwangerschaftswoche bei einer Frühgeburt in einem Krankenhaus vor den Augen der Ärzte starb, weil diese ihr den lebensrettenden Schwangerschaftsabbruch aus Gewissensgründen verweigerten.

Verbot des Schwangerschaftsabbruchs bei Fehlbildungen erhöht Zahl der Schwangerschaftsabbrüche

Verweigerter Spätabbruch gefährdet Familien

Als "Rückschritt in vergangen geglaubte, totalitäre Zeiten" bezeichnet Dr. Christian Fiala vom Gynmed Ambulatorium die aktuelle Diskussion von Teilen der österreichischen Regierung, die Fristenlösung einzuschränken und die embryopathische Indikation zu verbieten.

Österreichischer Verhütungsreport erschienen

Viele falsche Vorstellungen über Verhütung

Der Verhütungsreport 2019 zeigt einen weiteren Rückgang bei hochwirksamen Verhütungsmitteln und eine völlig falsche, viel zu geringe Einschätzung der eigenen Fruchtbarkeit. Immerhin: Die meisten Frauen (83 Prozent) und Männer (89 Prozent) sind mit ihrer Sexualität zufrieden und auch Mann würde gerne "Verhütungsverantwortung" übernehmen.

Zielgruppenorientierte Prävention gefordert

Schwangerschaftsabbruch: Fast die Hälfte sind Migrantinnen

Rund 47 Prozent aller Frauen, die in Österreich einen Schwangerschaftsabbruch vornehmen lassen, wurden nicht dort geboren. Ihr Anteil an der Bevölkerung beträgt hingegen nur etwa 19 Prozent. Zwar kann eine ungewollte Schwangerschaft jeder Frau passieren, aber Mitgrantinnen haben ein 2,5-mal größeres Risiko im Vergleich zu in Österreich geborenen Frauen. Dies ist das Ergebnis einer Patientinnenbefragung des Gynmed-Ambulatoriums.