Nachruf auf Prof. Dr. Udo Reiter
"Wir bedauern den Verlust sehr"
Foto: © Evelin Frerk
BERLIN. (hpd/dghs) Wie am Freitagmittag bekannt wurde, ist Prof. Dr. Udo Reiter (70) tot aufgefunden worden. Nach Polizeiangaben hatte er Suizid begangen.
Die DGHS in einer ersten Stellungnahme: “Wir bedauern den Tod von Prof. Dr. Udo Reiter zutiefst. Wir verlieren einen mutigen Mitstreiter für das Selbstbestimmungsrecht bis zum Lebensende.”
Prof. Udo Reiter war seit mehr als 17 Jahren mit der DGHS als Mitglied und im freundlichen Meinungsaustausch verbunden. Bereits in einer DGHS-Kampagne 2012 “Ärzte sollen helfen dürfen!” hatte Reiter Gesicht gezeigt, in der aktuellen Kampagne “Für das Recht auf Letzte Hilfe” ist der ehemalige MDR-Intendant ebenfalls als einer der prominenten und glaubhaftesten Unterstützer vertreten.
In seinen Memoiren “Gestatten, dass ich sitzen bleibe” (Aufbau Verlag 2013) sowie in zahlreichen Medienauftritten hatte er sich für ein Recht auf Freitod ausgesprochen.
In seiner Autobiografie hatte Reiter u. a. geschrieben: “Woher nehmen Politiker, Kleriker und Medizinfunktionäre das Recht, über meinen Tod zu entscheiden? Das Recht auf Selbstbestimmung ist die Grundlage unserer Verfassung. (…) Und wenn es eine Fehlentscheidung ist, die ich treffe, dann ist es meine Fehlentscheidung. Es ist die Konsequenz der Freiheit, auch Fehlentscheidungen treffen zu können.”
Kommentare (4)
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Mit allem persönlichen
Mit allem persönlichen Respekt vor der Entscheidung Udo Reiters, sein Leben selbst zu beenden, bleibt für mich die Frage, was dieser kurze Nachruf auf dem sich säkular verstehenden Humanistischen Pressedienst soll. Prof. Dr. Udo Reiter war nicht nur ein bekennender Katholik, sondern hat für seine Verdienste um die katholische Kirche den Bayerischen Verdienstorden und für eben diese Dienste als Intendant beim Aufbau des MDR den Gregoriusorden des Papstes vom Papst persönlich verliehen bekommen. Die Urkunde dazu und das Foto der Verleihung mit ihm „und zwei Päpsten“ (Johannes Paul II. und dem späteren Benedikt XVI.) hatten einen Ehrenplatz in seinem Wohnzimmer in Gottscheida. Wenn Udo Reiter nun so verkürzt gedacht wird, ja er dadurch beinahe implizit zum Säkularen gemacht wird, kann das der facettenreichen Persönlichkeit des Katholiken Udo Reiter nicht entsprechen und gerecht werden.
Lieber Carsten, vllt. ist der
Lieber Carsten, vllt. ist der Nachruf gerade wegen seiner "Verdienste um die katholische Kirche" so kurz ausgefallen. Immerhin trat Reiter ja klar für Sterbehilfe ein, damit contra-RKK und pro-hpd.
Lieber Hans, was da auf hpd
Lieber Hans, was da auf hpd veröffentlicht wurde, ist 1:1 die Eil-PM des DGHS vom Freitag, den 10.10., als der Suizid bekannt wurde. Bis Montag 13.10. waren also noch gut zwei Tage Zeit, zu recherchieren - gerade hinsichtlich des katholischen Hintergrunds von Udo Reiter und dass er seine eigene Meinung hatte, etc. Mit drag-and-drop Pressemitteilungen zu kopieren, das ist für mich kein Journalismus.
Na ja, Carsten, die 1:1-Kopie
Na ja, Carsten, die 1:1-Kopie nimmt ja kein Wunder, da die Autorin Wega Wetzel ja Pressesprecherin der DGHS ist. Also unkommentiert von hpd übernommen. Aber das ficht mein Engagement für den hpd nicht an. Dafür haben wir ja jetzt die Kommentarfunktion - *freu*.