Rezension

„Trotzki. Eine Biographie“

(hpd) Der britische Historiker Robert Service legt eine ausführliche Lebensbeschreibung des russischen Revolutionärs Leo Trotzki vor. Zwar liefert er trotz einer gewissen Einseitigkeit einige tragfähige Argumente zur „Entmythologisierung“ von Trotzki, in der Gesamtschau weist das Buch aber zu viele Mängel von einer fehlenden historisch-politischen Einbettung bis zu häufigen sachlichen Fehlern auf.

Krankes Bildungssystem

BERLIN. (hpd) Alle wissen es und nur wenige sprechen es aus. Fast niemand tut mehr etwas dagegen: Das Bildungssystem in Deutschland ist schwer krank und liegt schon fast im Sterben. Einer von denen, die diese Diagnose stellen, ist Philipp Möller in seinem Erstlingswerk „Isch geh Schulhof“, zu dem es auch einen hpd-podcast gibt.

Kritik an Al Qaida-„Experten“

(hpd) Christina Hellmich, Dozentin für Internationale Beziehungen an der University of Reading, kritisiert in ihrem Buch „al Qaida. Vom globalen Netzwerk zum Franchise-Terrorismus“ die Deutungen der terroristischen Organisation durch „Experten“ in Medien und Wissenschaft.

Der Marxismus Antonio Gramscis

(hpd) Der italienische Philosoph Domenico Losurdo nimmt eine Deutung des Mitgründers der Kommunistischen Partei Italiens vor, wobei er sowohl seine Nähe zu Lenin wie seinen Realismus hervorhebt. Der Autor hebt auf Basis guter Quellenkenntnisse bestimmte Besonderheiten von Gramsci hervor, interpretiert ihn aber allzu einseitig im Sinne traditioneller Kommunismuspositionen.

Ein Land mit gespaltener Seele

(hpd) Der israelische Publizist Gershom Gorenberg sieht in der Siedlungspolitik des Landes eine große Gefahr für dessen Selbstverständnis als Demokratie und Rechtstaat. Dies macht der Autor in persönlichen Kommentaren zur Entwicklung des Landes in Gegenwart und Vergangenheit in eindeutigen Worten, aber ohne polemische Überspitzungen deutlich.

Hitlers Elite - Die Akademiker der SS

(hpd) Der Historiker Christian Ingrao erklärt den Weg von Akademikern zur SS aus der Verarbeitung des Traumas vom verlorenen Ersten Weltkrieg mittels der Akzeptanz einer eschatologischen Heilslehre. So beachtenswert die analytische Rekonstruktion der Biographien aus einer problemorientierten Perspektive ist, so wenig überzeugt die Herleitung aus einer traumatischen Wahrnehmung der Kriegsniederlage.

Dekonstruktion des Christentums

(hpd) Jean-Luc Nancy untersucht mit strukturalistischer Methode das Christentum. Er analysiert so, wie im Christentum sein eigenes Ende immer bereits angelegt war, und das, was an seine Stelle zu setzen ist, sogar in ihm selbst seit langem im Begriff ist.

Rechter und linker Populismus. Eine Annäherung

(hpd) Die Soziologin Karin Priester will einen Überblick zu den Forschungsergebnissen und Theorien zum Thema Populismus geben und deren Inhalte auch anhand von verschiedenen Fallstudien erläutern. Leider mangelt es dem Gesamtband wie den Aufsätzen an inhaltlicher Stringenz und Struktur, wodurch sich die einzelnen Kapitel dem Phänomen eben nur annähern.

Dieses Buch war überfällig

WIEN. (hpd) Wie viel zahlt die Republik Österreich den Religionsgemeinschaften? Dieser Frage sind hpd-Chefredakteur Carsten Frerk und hpd-Korrespondent Christoph Baumgarten in einem neuen Buch nachgegangen. Heinz Oberhummer hat es gelesen.