Katholische Kirche

Symbolbild

Indigene Überlebende warten vergeblich auf Entschuldigung des Papstes

Ende Mai diesen Jahres wurden durch Untersuchungen von Tk'emlúps te Secwépemc die ersten unmarkierten Kindergräber auf dem Gelände eines Internats für Indigene in Kanada gefunden. Es folgten weitere Bodenradaruntersuchungen anderer ehemaliger Schulgelände. Mittlerweile wurden über 1.000 Gräber entdeckt. Angehörige der Toten und Überlebende dieser Schulen erwarten Aufklärung und eine Bitte um Verzeihung vom Papst. Bisher weigerte sich dieser jedoch, um Entschuldigung zu bitten.

Sex mit Priester sollte Homosexualität heilen

In den letzten Jahrzehnten häuften sich die Vorwürfe gegen den Psychotherapeuten und Priester Tony Anatrella. Neben seiner homophoben Agenda, die versucht, Homosexuelle aus Ämtern in der katholischen Kirche fernzuhalten, wurde er mehrfach sexualisierter Übergriffe beschuldigt. Seit 2018 darf er keine priesterlichen Aufgaben mehr ausführen. Nun soll Anatrella vor ein Kirchengericht, weil er Männern versprochen hatte, sie mittels sexueller Handlungen mit ihm von "Pseudo-Homosexualität" zu heilen.

Katholische Kirchen brannten in Kanada

Jahrzehnte nach der Schließung des letzten von der katholischen Kirche geführten Internats für von ihren Eltern geraubte und zur Entfremdung von Familie, Sprache und Kultur bestimmte indigene Kinder zeigt sich jetzt erst der volle Umfang der begangenen Verbrechen. Nachdem im Mai bereits hunderte unmarkierte Kindergräber auf einem ehemaligen Internatsgrund entdeckt worden waren, gehen die Funde nun an einer anderen Schule weiter.

Ein Regenbogen über Rom

Der Vatikan stigmatisiert Homosexuelle

Das Phänomen ist bekannt: Gewisse Menschen und Institutionen haben Mühe mit dem Wandel der Zeit. Sie fühlen sich durch das Unbekannte und Fremde bedroht und verklären das Althergebrachte. Nicht jeder Wandel oder jede neue Entwicklung ist per se ein Segen für die Allgemeinheit. Doch es gibt viele Lebensbereiche und ethische Aspekte, die dringend Korrekturen benötigen.

Kardinal mit Knebelvertrag

Am 4. Juni verkündete Kardinal Reinhard Marx, dass er Papst Franziskus seinen Rücktritt als Erzbischof von München und Freising angeboten habe. Mit diesem Schritt wolle er persönlich Verantwortung für den Missbrauchsskandal übernehmen, so Marx. Vergangenen Donnerstag folgte prompt die Antwort des Pontifex: Rücktritt abgelehnt. Über die Beweggründe sowohl des Kardinals als auch seines Dienstherrn wird seitdem fleißig spekuliert.

Katholische Kirche blockiert Untersuchung von Todesfällen in Internaten

Ende Mai waren bei einer Untersuchung durch Tk’emlúps te Secwépemc in einem von der katholischen Kirche geführten Internat für Indigene die Überreste von 215 Kindern gefunden worden. Die Regierung unter Premierminister Justin Trudeau geht von zahlreichen weiteren Fällen dieser Art aus. Die katholische Kirche zeigt sich unkooperativ bezüglich der Übergabe von Unterlagen zur Identifizierung der Kinder. Der Papst erklärt seine Trauer, verweigert aber eine Entschuldigung.

"Stets wirkten sich die Mängel zugunsten der Bischöfe aus"

Im März stellte das Erzbistum Köln ein juristisches Gutachten zum Umgang mit den Missbrauchsfällen in der eigenen Diözese vor, nachdem im Herbst vergangenen Jahres ein erstes Gutachten aufgrund angeblicher Mängel zurückgehalten worden war. Doch auch das neue Gutachten weist nach Meinung von Strafrechtlern erhebliche Mängel und sogar Merkmale eines Gefälligkeitsgutachtens auf. Im hpd-Interview äußert sich Strafrechtsprofessor Jörg Scheinfeld detailliert zu den Gründen für seine Kritik, die er vergangene Woche öffentlich gemacht hatte.

Und sie bewegt sich doch nicht

Der Vatikan hat das katholische Kirchenrecht reformiert. Sexueller Missbrauch von Kindern gilt nun explizit als Vergehen. Ebenso wie die Weihe einer Frau zur Priesterin. Wobei Letzteres deutlich härter bestraft wird. Ein Kommentar von hpd-Redakteurin Daniela Wakonigg.