Kommentar

Wahl in Sachsen-Anhalt: Gegen Vernunft und Mitmenschlichkeit

Der Wahlsieg der AfD in Sachsen-Anhalt ist ein bitteres Zeugnis für die mangelnde politische Vernunft bei einem großen Teil der Wählerschaft dieses Bundeslandes.

Ulrich Siegmund
AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund im Wahlkampf von Sachsen-Anhalt 2026.

Jede Wählerin und jeder Wähler – vor allem aus der bisherigen Masse der Nichtwähler – müsste sich fragen, welches konkrete Angebot die AfD den Arbeitnehmern, Rentnern, Sozialversicherten oder Gewerbetreibenden gemacht hat. Sie müssten sich auch fragen, welches Verständnis von Patriotismus eine Partei hat, deren Vertreter vom Kreml hofiert werden und den Kampf gegen den russischen Angriffskrieg in der Ukraine nicht mehr unterstützen wollen, der offensichtlich auch als Aggression gegen Westeuropa und Deutschland geführt wird.

Welches Wirtschaftsverständnis hat eine Partei, deren Vorsitzende im Steuerparadies Schweiz wohnt und den Austritt aus der EU propagiert, während Deutschlands Exporte weit überwiegend in diesen Raum erfolgen? Welches Demokratieverständnis hat eine Wählerschaft, die eine als gesichert rechtsextrem geltende Partei wählt?

Diese Fragen stellten sich die Wählerinnen und Wähler der AfD nicht. Und es gibt keinen Grund, sie dafür in Schutz zu nehmen. Sie folgten, bis auf sowieso in der Wolle gefärbte Rechtsextreme, allein ihrem Wutgefühl auf die Bundesregierung, der Angst vor Veränderung oder einem dumpfen Nationalismus. Wer eine Partei wählt, die mit dem Slogan wirbt, „Wir holen uns unser Land zurück“, hat sich für Spaltung und Ausgrenzung entschieden. 

Die Wahl in Sachsen-Anhalt ist ein Beispiel für selbstschädigendes Wahlverhalten. Nach gängiger Lehrmeinung handelt es sich bei selbstschädigendem Verhalten nicht um eine Krankheit, sondern ein Symptom für psychische Belastungen. Es dient oft der Regulation extremer innerer Anspannung oder dem Verarbeiten von Gefühlen. Allerdings verschafft es nur kurzfristige Erleichterung. Der Schaden aber, der bleibt.

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Initiative Säkularität, Aufklärung und Humanismus Saarland (ISAH Saarland)

Die vormalige Initiative Konfessionsfreier im Saarland (IKiS) entstand als informeller Kreis im Sommer 2025. Anlass war unter anderem die massive Einflussnahme kirchlicher und rechtskonservativer Kreise auf die Wahl einer Richterin für das Bundesverfassungsgericht. Anfang 2026 umfasste der Kreis etwa 30 Personen. Treffen fanden am 26. Januar und am 9. März 2026 in Saarbrücken statt. Der Teilnehmerkreis beschloss sich dauerhaft zu organisieren und die Gründung eines Vereins anzustreben.

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