Gesellschaft

Anthroposophie und Antisemitismus

Auf den Querdenker-Demonstrationen der vergangenen Monate traten Anthroposophen Seite an Seite mit Rechten auf. Tipps gegen den hierdurch entstandenen Imageschaden holte sich die "Anthroposophische Gesellschaft in Deutschland" beim Antisemitismus-Beauftragten der baden-württembergischen Landesregierung Dr. Michael Blume. Und das, obwohl Anthroposophie-Begründer Rudolf Steiner selbst als Antisemit gilt. hpd-Autor Andreas Lichte sprach hierüber mit dem Religionsphilosophen und Anthroposophie-Experten Ansgar Martins.

Deus Ex Algorithmo: Quo vadis, Social Media?

Wir kennen nun die grundlegenden Mechanismen sozialer Medien und ihrer Algorithmen. Wir haben gesehen, dass ihre Selbstreferentialität ins informationelle Niemandsland führt. Wir haben ergründet, wie und warum die von Algorithmen vorgeschlagenen Inhalte notwendigerweise immer radikaler werden. Nach der Pflicht nun also die Kür: Wie sorgen wir für demokratiekonforme Plattformen? Ein Brainstorming.

Produktives Streiten zielt auf Erkenntnisgewinn

Offene Debatten sind zentrales Element einer demokratischen Gesellschaft. In der Broschüre "Produktives Streiten", die als Band 8 der Schriftenreihe der Giordano-Bruno-Stiftung erschienen ist, brechen vier Autoren eine Lanze für den Disput. hpd-Autor Martin Bauer sprach mit dem Autorenteam – Tobias Wolfram, Felix Urban, Michael Tezak und Johannes Kurzbuch – über Lagerdenken, Neugierde und den Weg in eine neue produktive Streitkultur.

"Der Glaube an Verschwörungsvorstellungen diskreditiert rationales Argumentieren"

Verschwörungsideologien haben während der Corona-Pandemie Hochkonjunktur. Doch viele Verschwörungsmythen sind nicht neu, sondern weisen sowohl strukturell als auch inhaltlich deutliche Ähnlichkeiten mit bereits jahrzehntealten Verschwörungsideologien auf, so Politikwissenschaftler Armin Pfahl-Traughber im Interview mit hpd-Redakteurin Daniela Wakonigg.

Keine Vollverschleierung am Steuer

Auch aus religiösen Gründen ist eine Ausnahme von der Verhüllungspflicht beim Führen eines Kraftfahrzeugs nicht zulässig. Das entschied das Verwaltungsgericht Düsseldorf im Fall einer Muslima, die eine entsprechende Ausnahmegenehmigung für das Tragen ihres Niqabs am Steuer erwirken wollte.

Droht eine "Ökonomisierung des Sterbens?"

Bezugnehmend auf das Sterbehilfe-Urteil des Bundesverfassungsgerichts haben die katholische und evangelische Kirche in Baden-Württemberg eine neue Stellungnahme veröffentlicht. Darin warnen sie vor einer "Ökonomisierung des Sterbens", die durch eine liberale Regelung der Sterbehilfe drohe. Was ist davon zu halten?

Bekämpft Geschlechterapartheid! Gegen jeden Extremismus!

Die Terrorakte der letzten Wochen haben erneut gezeigt, wie gefährlich Islamismus ist. Gewalt entsteht nicht im luftleeren Raum, religiöser Extremismus muss bekämpft werden, bevor er Gewalt und Terror hervorbringt. Wie auch bei rechtsextremen Attentätern ist die Entmenschlichung von Frauen elementarer Bestandteil islamistischer Ideologie. Geschlechterapartheid fängt da an, wo die Trennung der Geschlechter gefordert und durchgesetzt wird und wo Frauen und Mädchen gedroht wird, wenn sie ihre Freiheitsrechte ausüben wollen.

"Sophie Scholl hätte gern in einer solchen Demokratie gelebt"

Selbsternannte Querdenker vergleichen sich gern mit Opfern des Nationalsozialismus. Erst am Wochenende erklärte eine gewisse "Jana aus Kassel", dass sie sich durch ihren Widerstand gegen die Corona-Maßnahmen wie Sophie Scholl fühle. Was von solchen Vergleichen zu halten ist, erläutert Historikerin, Journalistin und Sophie-Scholl-Biografin Dr. Maren Gottschalk im Interview mit hpd-Redakteurin Daniela Wakonigg.

Wer durch das Raster der Leistungsgesellschaft fällt, findet sich hier wieder.

Michael J. Sandels allzu einfache Deutung

Der US-amerikanische Moralphilosoph Michael J. Sandel erklärt sich in seinem Buch "Vom Ende des Gemeinwohls" den Niedergang des gesellschaftlichen Zusammenhalts durch die Dominanz des Leistungsprinzips. Auch wenn er berechtigt diverse Fehlentwicklungen anspricht, macht er es sich mit dieser Fixierung auf einen Ursachenfaktor zu einfach.