"Gott in der Verfassung ist lebenswichtig"

Kaum hat eine demokratische Mehrheit im Landesparlament von Schleswig-Holstein beschlossen, dass es in der neuen Landesverfassung keinen Gottesbezug geben soll, versuchen die Kirchen - gemeinsam mit nichtchristlichen Religionsgemeinschaften -  dagegen vorzugehen.

Das ist ihr gutes Recht; auch in Berlin scheiterte der Versuch, die Einführung des Religionsunterrichtes via Volksabstimmung durchzusetzen.

Was allerdings eher komisch anmutet, ist die Art und Weise, wie manche versuchen, den Beschluss des Parlaments zu diskeditieren. So wie der "HL-live.de Pastor" Heinz Rußmann, der dafür betet, dass die Kirche wieder mehr Macht bekommt.

Für ihn entspricht der Beschluss, keinen Gottesbezug in die Landesverfassung aufzunehmen, offenbar einem Verbot des christlichen Glaubens. So fragt er: "Sieben Kirchtürme prägen in Lübeck bisher immer noch von allen Seiten wunderbar unser Stadtbild. Wie lange noch?" Als hätte irgendwer beschlossen, diese Kirchen abzureißen.

Es darf für ihn nicht sein, dass "es unter uns Mitbürger [gibt], die sogar ganz vergessen, dass sie Gott vergessen haben." Und deshalb, so Rußmann, "sollten wir alle den christlichen Glauben fördern." Denn anderenfalls "ist es nur eine Frage der Zeit, bis ein Muezzin fünf Mal vom Turm unserer St. Petri-Kirche zu uns ruft."

Quelle

Kommentare (5)

Fred FRENZEL (nicht überprüft)

Di. 21 Okt 2014 - 15:08

Herr Rußmann hat ganz vergessen,daß es Mitbürger gibt,die nicht vergessen haben,daß es keinen Gott oder mehr als einen
Gott gibt;wenn also die überflüssige Floskel der S-H-Verfassung
vorstehen soll,dann nur so:"vor keinem oder einem oder mehr als einem Gott"

Uwe Hillebrand (nicht überprüft)

Di. 21 Okt 2014 - 17:29

Der Herer Pastor betet also. Es scheint also so zu sein, dass der Gott der Christen zwar allmächtig und vor allem allgütig ist, eine Inkarnation der Barmherzigkeit, die Liebe selbst, aber gefragt werden möchte er trotzdem. Das ist insofern seltsam, da er doch wegen seiner Allwissenheit genau weiß, was los ist. Ist er sich vielleicht nicht sicher, wie er sich entscheiden soll?

Hans Trutnau (nicht überprüft)

Mi. 22 Okt 2014 - 04:12

Das mutet nicht nur komisch an, sondern weltfremd.

Wolfgang (nicht überprüft)

Mi. 22 Okt 2014 - 07:34

Ein allmächtiger, allgütiger, allwissender aber imaginärer Gott muss von
ohnmächtigen Politikern in einer Verfassung geschützt werden. Das ist
pervers. Das Wetter muss auch nicht in einer Verfassung einmünden.

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