Hamed Abdel-Samad: Wir hatten zwei große Chancen, [...], wo man die Debatte über die Politik hätte führen können. Doch dazu kam es nicht.
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Das Gegenteil ist richtig: Spätestens seit Sarrazin und noch mehr seit Sommer 2015 wird überall und ausgiebigst über Muslime und Migration debattiert. Das Problem der Islam- und Migrationskritiker ist lediglich, dass sie nicht so die Mehrheit haben, wie sie es gerne hätten. Zu behaupten, die "wichtigsten Entscheidungen in diesem Land" seien "an der Bevölkerung vorbei getroffen" worden, ist übrigens platter Populismus.
Wir leben in einer repräsentativen Demokratie, in der 'das Volk' seinen Willen durch Wahlen kundtut. Aus dem Wählerwillen organisieren die gewählten Volksvertreter in den Parlamenten Mehrheiten. Und, wie man im Bundestag sehr gut beobachten kann, hat jede Debatte irgendwann ein Ende, und es wird abgestimmt. Dass die AfD bisher regelmäßig überstimmt wurde, ist darum kein Mangel an Demokratie, sondern bildet die politische Realität ab. Noch hat die AfD keine Mehrheit. Deutschland bleibt einstweilen bunt. Gut so.