Arbeit

Großraumbüro

Wie ein stiller Begriff die moderne Arbeitswelt erklärt

Der Arbeitskraftunternehmer

Es gibt Begriffe, die nicht laut auftreten, sondern leise. Sie erscheinen nicht in Parteiprogrammen, sie werden nicht in Talkshows debattiert, und doch prägen sie die Wirklichkeit ganzer Generationen. Der "Arbeitskraftunternehmer" gehört zu diesen stillen Begriffen. Er ist kein politisches Schlagwort, sondern eine Figur, eine Denkform, ein Modell dafür, wie Menschen in der Arbeitswelt gesehen werden sollen – und wie sie sich selbst sehen sollen. Und deshalb ist das unter humanistischer Sicht ein zentrales Thema.

Jesus segnet

Wir geben dir Arbeit, aber du besorgst dein Gehalt

Dass kirchliche Arbeitgeber sich Privilegien herausnehmen und sich bei ihren eingeschränkten Arbeitnehmerrechten auch noch auf das Grundgesetz berufen können, ist ärgerlich genug. Doch es geht noch ärger: Wie in den Fällen, in denen Arbeitnehmer von "Campus für Christus" ihr Gehalt selbst finanzieren sollen, indem sie entsprechende Spenden in ihrem Bekanntenkreis einsammeln.

Langzeitstudie zeigt stabile Arbeitsmotivation und positive Effekte auf mentale Gesundheit

Bedingungsloses Grundeinkommen: Forschung widerlegt zentrale Vermutungen

Führt ein bedingungsloses Grundeinkommen dazu, dass Menschen weniger arbeiten? Oder stärkt es vielmehr ihre Lebenszufriedenheit und Entscheidungsfreiheit? Aktuelle Forschungsergebnisse zeigen: Viele der weitverbreiteten Annahmen über negative Auswirkungen eines Grundeinkommens halten einer empirischen Überprüfung nicht stand.

Lagerhalle mit Paketen

Warum moralische Appelle die Konjunktur nicht beleben – und was wir aus 1967 lernen könnten

Mehr arbeiten ist keine Wirtschaftspolitik

Mehr Arbeitsstunden sollen die Wirtschaft retten – so lautet derzeit der politische Reflex. Doch moralische Appelle ersetzen keine fundierte Wirtschaftspolitik. Produktivität entsteht durch Investitionen und Nachfrage, nicht durch Druck auf Beschäftigte. Ein Blick auf das Stabilitäts- und Wachstumsgesetz von 1967 zeigt, dass ökonomische Steuerung einst als staatliche Verantwortung verstanden wurde – und nicht als Frage individueller Moral.

Bundesagentur für Arbeit

Ein Blick hinter die Sozialpolitik der Gegenwart

Jenseits der Fiktion vom Arbeitsverweigerer

Die Bundesregierung hat neue Regelungen zur Grundsicherung beschlossen – flankiert von vertrauten Schlagworten wie Fördern und Fordern, Leistungsgerechtigkeit, Verantwortung und, als zentraler Zielsetzung, mit der Wiederherstellung des Vermittlungsvorrangs. Also Menschen ungeachtet individueller Umstände, koste es was es wolle, in Arbeit zu vermitteln, gleich wie zumutbar, gleich wie prekär, gleich wie nachhaltig.

Arbeiten, leiden, schweigen? Wie soziale Gerechtigkeit zur Fußnote gerät

Die Vorstellung, Steuersenkungen für Reiche und Deregulierung für Unternehmen würden den Wohlstand aller fördern, ist ein altes Narrativ – und wird erneut zur politischen Leitidee erhoben, als hätte die Geschichte nicht längst gezeigt, dass der Wohlstand der Wenigen nicht automatisch den Vielen zugutekommt. Vier historische Stationen aus der Wirtschafts- und Sozialgeschichte der Vereinigten Staaten zeigen exemplarisch, warum diese Idee in die Mottenkiste gehört: William Jennings Bryan, der Mellonismus, der New Deal – und ein Schuhfabrikant, der mit Menschenwürde wirtschaftlichen Erfolg schuf.

Über Würde, Verrohung und den Verlust des Politischen

Wenn Arbeit zur Schuld wird

Man muss sich derzeit nur ein paar Tage lang durch politische Reden, Talkshows und Meinungsbeiträge kämpfen, um das neue Leitmotiv deutscher Krisenrhetorik zu erkennen: Die Bevölkerung – oder jedenfalls große Teile davon – sei zu bequem geworden.

Symbolbild

Kommentar

Die Würde der Armen ist antastbar

Das Bürgergeld – erst vor zwei Jahren als menschenwürdigere Alternative zu Hartz IV eingeführt – ist erneut ins Zentrum öffentlicher Debatten geraten. Doch wer sich die Tonlage dieser Debatten anhört, erkennt schnell: Es geht selten um eine nüchterne Betrachtung sozialer Realität. Viel häufiger geht es um Schuldzuweisungen, Generalverdacht und eine Erzählung, die sich tief eingebrannt hat: Wer Bürgergeld bezieht, steht dem Arbeitsmarkt mutmaßlich "nicht zur Verfügung", will nicht arbeiten, lebt auf Kosten anderer – kurzum: Gehört zu einer Gruppe, die verdächtig und potenziell schädlich ist.